Diane Ackerman

Die US-Autorin Diane Ackerman (Jahrgang 1948) studierte an der Pennsylvania State University Englisch und machte ihren Doktor an der Cornell University. Ihre Dissertation wurde von einem Gremium bewertet, dem u. A. auch der berühmte TV-Astronom Carl Sagan angehörte. Seither arbeitet sich Ackerman rund um die Welt in eine Vielzahl von Themen ein, die sie für ihre Leser poetisch-verständlich aufbereitet. Leider wurden nur wenige ihrer frühen Werke, die sich oft um das Tierreich drehen, ins Deutsche übersetzt, und selbst diese sind heute nur noch schwierig erhältlich.  

Auf Basis wissenschaftlicher Fakten schafft Diane Ackerman in „Die schöne Macht der Sinne: eine Kulturgeschichte“ (1991) eine faszinierende Sinnes-Reise durch die Welt unserer Wahrnehmung. Warum Musik uns in Bewegung bringt, warum wir uns auf die Münder küssen, wie Parfümeure einen verführerischen Duft komponieren und warum wir es ausgerechnet auf Schokolade abgesehen haben: Die Fragen und Antworten einer Diane Ackerman geben dem Leser Einblick in die physischen Prozesse der Sinneswahrnehmung und heben diese auf die lyrische Stufe, die sie verdient haben. Aus dem Buch entstand 1995 eine fünfteilige TV-Serie, die unter Mitwirkung Ackermans entstand.

Die ganz realen Abenteuer gefährdeter Tiere sind Ackermans Thema in „Der Mond bei Wal-Licht und andere Abenteuer unter Fledermäusen, Krokodilen, Walen und Pinguinen“ (1994). Die Autorin springt meisterhaft von einer objektiv-wissenschaftlichen Beschreibung zur Tierkunde und schließlich dem Appell, diese Wesen nicht aufzugeben und für ihren Erhalt zu kämpfen. Und auch 10 Jahre später war ihr dies noch eine Herzensangelegenheit: 2003 erschien „Der letzte Albatros. Vom Verschwinden der Arten“. Die Arbeit mit und der Einsatz für Tiere brachte Ackerman sogar ein, dass ein neuentdecktes Molekül nach ihr benannt wurde: Das Dianeackerone, ein Krokodilpheromon.  

Letztendlich richtete Ackerman ihr Augenmerk auf die Geschichte, in diesem Fall die Zeit des Nationalsozialismus und Polen – mit acht Jahren „Zeitverschiebung“ kam 2016 Ackermans „Die Frau des Zoodirektors: Eine Geschichte aus dem Krieg“ auf den deutschen Markt, das bereits 2008 mit dem angesehenen Orion Book Award prämiert wurde. Natürlich: Das Buch muss ja auch in Deutschland erhältlich sein, wenn 2017 die Verfilmung mit Jessica Chastain in die Kinos kommt, in der Daniel Brühl nach „Inglorious Basterds“ und „The First Avenger: Civil War“ abermals den Nazi geben muss.

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