Jussi Adler-Olsen

Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) gehört zu den ganz großen Krimiautoren Dänemarks. Nach seinem Studium der Medizin, Soziologie, Politischen Geschichte und Filmwissenschaft arbeitete Adler-Olsen als Redakteur und Komponist und für verschiedene Verlage. Bereits sein erster Thriller, „Alfabethuset“ wurde weltweit zum Bestseller. Es sollte jedoch bis 2012 dauern, bis „Das Alphabethaus“ auch endlich in Deutschland zu kaufen war, denn der Durchbruch gelang ihm erst mehrere Bücher später, mit dem Roman „Kvinden i buret“ (2007), dessen deutscher Titel im Stil stark an die Bücher Stieg Larssons angelehnt ist: „Erbarmen“.

Auch ein anderer Roman von Jussi Adler-Olsen war erst viele Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung in Deutschland erhältlich: „Das Washington-Dekret“. Dabei ist der Polit-Thriller aus dem Jahr 2003 ein ganz großer Wurf. Im Erscheinungsjahr, zwei Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Centre und vor dem Hintergrund des Kriegs im Irak, war noch offensichtlicher, was Adler-Olsen mit der packenden Story andeutet: Nach einem tödlichen Anschlag auf seine hochschwangere Frau erlässt der frisch vereidigte neue Präsident der Vereinigten Staaten das folgenschwere „Washington-Dekret“, das zwar gut gemeint war und ein lebenswertes, gewaltfreies Amerika erschaffen sollte, das aber genau das Gegenteil bewirkt. Die Bürgerrechte und demokratischen Freiheiten werden Stück für Stück eingeschränkt. Parallelen zu den Entwicklungen in Amerika nach dem 11. September 2001 sind nicht zu übersehen.

Doch auch 2013, in dem Jahr, in dem das Buch erstmals in Deutschland erschien, ist die Geschichte noch brandaktuell. Adler-Olsen zeigt eindrucksvoll, welchen Schaden auch ein demokratisches System anrichten kann, wenn es missbraucht wird. „Es ist eine Geschichte über den Zusammenbruch der Demokratie in den Vereinigten Staaten“, sagte Jussi Adler-Olsen im Interview auf der Leipziger Buchmesse. „Es ist aber auch eine Geschichte darüber, was die Demokratie in den Vereinigten Staaten wirklich sein kann. Ich bin sehr stolz auf diesen Roman.“ Und das kann er auch, denn zugleich unterhält er auch einfach grandios und genießt das Geschichtenerzählen. Das merkt der Leser. Kein Wunder also, dass Jussi Adler-Olsen damit einmal mehr die Bestseller-Listen stürmte.

Schon der erste Band seiner Serie skandinavischer Krimis rund um Kommissar Carl Mørck, „Erbarmen“, war 2009 sofort an die Spitze der Bestseller-Listen geschossen und ließ Fans gespannt auf den zweiten Band warten, der 2010 unter dem Titel „Schändung“ erschien. Adler-Olsens bislang größter Erfolg war jedoch der dritte Roman der Reihe, der 2009 unter dem deutschen Titel „Erlösung“ erschien. Der Krimi wurde vielfach ausgezeichnet und brachte Jussi Adler-Olsen sowohl den Preis als bestes dänisches Fiction-Buch 2009 als auch den Harald Mogensen-Preis der dänischen Kriminalakademie und den Skandinavischen Krimipreis (alle 2010) ein. Alle Krimis sind auch als Hörbücher erhältlich.

Im August 2012 setzte es dann mit „Verachtung“ den nächsten Paukenschlag aus der Feder von Jussi Adler-Olsen. Das Buch, das in Dänemark unter dem Titel „Journal 64“ erschienen ist, sorgte mit der Geschichte einer Insel für verstoßene Frauen für Aufsehen und Beklemmung. So ermittelt Carl Mørck im Fall einer verschwundenen Prostituierten, die – wie Hunderte anderer Frauen- auf der Insel Sprogø gefangen gehalten und zwangssterilisiert wurde. 2014 folgte ein weiterer Bestseller: "Erwartung", nach "Verachtung", der fünfte Fall für Carl Mørck. 2015 war ein weiteres Erfolgsjahr für Jussi Adler-Olsen: Mit „Verheißung“ schaffte er es routinemäßig in die Bestsellerlisten – und auch 2017 natürlich ebenfalls wieder, mit dem mittlerweile siebten Fall für das Sonderdezernat Q in Kopenhagen: "Selfies" heißt das aktuellste Werk, das über Wochen die Bestsellerlisten anführte.

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