Isabel Allende

Isabel Allende schreibt gefühl- und stimmungsvolle Romane. Copyright: Lori Barra / Suhrkamp VerlagIsabel Allende (Jahrgang 1942) wurde als Tochter eines chilenischen Diplomaten, eines Cousins des späteren chilenischen Staatspräsidenten Salvador Allende, in Peru geboren. Manchmal kommt es hierbei zu Verwechslungen, denn Salvador Allendes Tochter trug ebenfalls den Namen Isabel Allende. Die spätere Politikerin und die Schriftstellerinnen sind jedoch nicht ein und dieselbe Person, sondern Großcousinen. Allendes Kindheit und Jugend war von Reisen durch die ganze Welt geprägt. Seit 1960 arbeitete Allende als Journalistin, u.a. für das chilenische Fernsehen. Hierbei engagierte sie sich insbesondere für die Belange der Frauen und kämpfte gegen den Hunger in der dritten Welt.

Als Gründerin der einzigen feministischen Zeitschrift Chiles („Paula“) schrieb sie für die linksgerichtete Regierung von Salvador Allende. Salvador Allende war von 1970 bis 1973 Präsident Chiles und versuchte in dieser Zeit, auf demokratischem Wege eine sozialistische Gesellschaft in Chile zu etablieren. In Folge des blutigen Militärputsches von 1973, bei dem Salvador Allende nach der Bombardierung des Präsidentenpalastes Selbstmord beging, ging Isabel Allende allein ins Exil nach Caracas. Doch obwohl sie sich dort, nach eigener Aussage, anfangs fühlte wie ein Weihnachtsbaum, der keine Wurzeln hat und irgendwann sterben wird, erblühte sie hier regelrecht und wurde zu jener erfolgreichen Schriftstellerin, die sie heute ist.

Unsere Buchtipps - Diese Bücher von Isabel Allende empfehlen wir Ihnen:

Isabel Allende: Königin der Gefühle

1982 veröffentlichte sie ihren Debüt-Roman, „Das Geisterhaus“, der ihr sofort höchste internationale Anerkennung einbrachte. In „Das Geisterhaus“ arbeitet Isabel Allende die Geschichte Chiles über vier Generationen hinweg auf und legt dabei eine große Sensibilität und Feinfühligkeit an den Tag. Dass sie Chile liebt und die Militärdiktatur zutiefst verurteilt, wird darin Seite für Seite deutlich. Schon hier zeigen sich auch die mystischen Anklänge, die auch alle weiteren Romane von Isabel Allende durchziehen sollten und die wohl Teil ihres chilenischen Erbes sind. 20 weitere Bücher sind seither erschienen. Darin hat die Autorin ihren ganz eigenen Stil entwickelt, der die spanische Tageszeitung „El Mundo“ dazu bewegte, zu schreiben, Isabell Allende sei „die Königin der Gefühle“.

Und tatsächlich: Ein Roman von Isabel Allende kann den Leser nicht kalt lassen. Auf beinahe magische Weise kreiert sie einen Kokon, in dem der Leser verschwindet, wenn er ihre Bücher liest. Darin finden sich tiefe Trauer, Schmerz und Leid in direkter Nachbarschaft mit Lebenslust, Freude an den schönen Dingen im Leben, inniger Liebe und jenem Schuss Mystik, der für Allende so typisch ist. All das verdankt sie vermutlich ihrem chilenischen Erbe, glaubt man spätestens dann, wenn man ihren wunderbaren Roman „Mayas Tagebuch“ gelesen hat und in der Gestalt der Nini das Sinnbild der tatkräftigen, herzensguten, resoluten Chilenin erkennt, die ein Leben in direkter Nachbarschaft mit guten und bösen Geistern für etwas Alltägliches hält.

Isabel Allende über die Geschichte Chiles

Die Geschichte Chiles, insbesondere der Putsch und die Militärdiktatur Pinochets, ziehen sich denn auch wie ein rotes Band durch die Romane von Isabel Allende. Auch das ist kein Wunder, bedenkt man, dass ihre Familie unmittelbar davon betroffen war. In ihrem Buch „Paula“ erzählt sie ihrer Tochter, die zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus im Koma lag und später dort starb, von ihrer Kindheit in Santiago und ihren Jahren im Exil. Das macht „Paula“ zu einem wichtigen Stück Zeitgeschichte. Das kann man eigentlich über fast alle ihre Werke sagen: Jeder Roman wird immer auch zu einer kleinen Geschichtsstunde über eine Zeit, über die wir in Europa oft gar nicht so viel wissen.

Ein Roman von Isabel Allende kann deshalb eine erste Begegnung mit der dramatischen Vergangenheit Chiles sein. Im Falle von „Mayas Tagebuch“ ist das eine Begegnung, die einen anschließend lange Zeit nicht mehr loslässt und zum Nachdenken anregt. Wie kann es sein, dass solche Ungerechtigkeiten geschehen sind, ohne dass man es in anderen Teilen der Welt wirklich wahrnahm? Wie kann es sein, dass darüber heute in den Schulen nicht oder nur selten gesprochen wird? Im Falle des Romans "Inés meines Herzens" ist das eine Geschichte aus der Zeit der Eroberung Südamerikas. Isabel Allende sprach mit uns über den Roman und erklärte, was ihn so besonders macht:

Isabel Allende über "Inés meines Herzens"

Isabel Allende: "Inés ist eine leidenschaftliche und starke Frau, die für die Liebe fast unglaubliche Heldentaten vollbrachte. In einer Zeit, in der Frauen ein sehr eingeschränktes Leben führten, hat Inés ihr Leben selbst in die Hand genommen. Sie war arm, sie war ungebildet und ist dennoch für ein romantisches Abenteuer bis ans Ende der Welt gezogen, um ihren unsteten Ehemann zu suchen. Später führte sie dann ein aufregendes Leben in Amerika."

 

Isabel Allende: "Tatsächlich gibt es sehr wenig über Inés, einiges aber über die Eroberer, die sie nach Chile begleitet haben, über die Eroberung Chiles und über die Zeit, in der sie gelebt hat. Ich habe all diese Informationsstücke gesammelt – wie bei einem Puzzle – und mir daraus ein Bild vom Leben und der Persönlichkeit der Inés gemacht."

 

 

Trotz allem muss man bei Isabel Allende aber nicht befürchten, eine politische Kampfschrift in den Händen zu halten. Im Gegenteil: Die sanften Töne sind ihre. Ihren ganzen Zauber entfaltet sie in dem Erzählband „Ein diskretes Wunder“, in dem jede Geschichte schöner ist als die vorangegangene, und in „Aphrodite – Eine Feier für die Sinne“. Typisch Chilenin sieht Isabel Allende viele Parallelen zwischen Erotik und Essen. „Wenn Kochbücher einen Teil ihrer Regale füllen, sollten es Bücher über Erotik ebenfalls“, schreibt sie in dem Buch, das sinnlich und üppig über das Verhältnis von Sexualität und Ernährung philosophiert und dabei Lust darauf macht, sich selbst etwas Gutes zu tun. Seit 1988 lebt Isabel Allende in den USA. Im kalifornischen San Rafael ist sie nun heimisch geworden und besitzt seit 2003 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

2015 veröffentlichte sie mit "Der japanische Liebhaber" eine nahezu magische Geschichte über eine große Liebe. Mit der ihr eigenen Art, die alltäglichen Dinge zu verzaubern, schuf sie eine Liebe, der weder die Zeit noch alle Zwänge der Welt etwas anhaben können.

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