Charles Baudelaire

Charles Baudelaire (eigentlich Charles-Pierre Baudelaire) (1821 – 1867) war ein französischer Schriftsteller und Lyriker, der heute allgemein als wichtigster Wegbereiter der europäischen literarischen Moderne betrachtet wird. In einzigartiger Art und Weise verlieh Baudelaire dem Gefühl der Ennui, des Verdrusses und der Entfremdung des Großstadtmenschen vom Dasein, Ausdruck. Charles Baudelaire wurde in Paris geboren, wo er auch einen Teil seiner Kindheit verbrachte. Traumatisiert durch den frühen Tod seines Vaters und die rasche Wiederheirat seiner Mutter wuchs Baudelaire zu einem schwierigen Kind heran. Er fühlte sich wurzellos und ungeliebt und zeigte schon bald erste Anzeichen von Depressionen. Seine Mutter und ihr neuer Ehemann entschieden sich deshalb, ihn in ein Internat abzuschieben, von dem der Junge jedoch noch vor dem Abschluss wieder verwiesen wurde. Er konnte das Baccalauréat jedoch als externer Schüler ablegen und schrieb sich anschließend für ein Jura-Studium ein. Seine Eltern sahen für ihn die Diplomatenkarriere vor, doch Baudelaire selbst träumte schon damals davon, Schriftsteller zu werden. Und so trieb er sich während des Studiums vorrangig in der Pariser Literaten- und Künstler-Bohème herum und schrieb erste Gedichte. Sein Lebensstil war dabei alles andere als gesund: Er zog sich Syphilis zu und verschuldete sich tief. Um ihn auf den richtigen Weg zurück zu bringen, schickten ihn seine Mutter und deren Mann auf eine Schiffsreise nach Indien. Auf Mauritius verließ er das Schiff jedoch und gab sich dort einige Monate der Muse hin und ließ sich inspirieren. Kaum dass Charles Baudelaire die Volljährigkeit erreichte, brachte er das stattliche Erbe seines Vaters als Dandy durch. Als die Familie eine finanzielle Vormundschaft für ihn einrichtete, unternahm Baudelaire einen Selbstmordversuch. Dennoch begann er nun, die Schriftstellerei hauptberuflich zu betreiben. In den späten 1940er Jahren konnte er erste Gedichte veröffentlichen. Auch zwei Novellen erschienen in dieser Zeit, die einzigen längeren Texte des Autors. So konnte sich Charles Baudelaire zunehmend einen Namen als Schriftsteller machen. Es folgte eine kurze, heftige Zeit politischer Aktivität, in der er sich der linken Februarrevolution 1848 anschloss. Doch spätestens seit 1951 beschränkte sich Baudelaire auf Lyrik, Kurzprosa, Essays, Autorenporträts und Buchkritiken. Bevor er sein erfolgreichstes und Aufsehen erregendstes Skandal-Werk „Die Blumen des Bösen“ veröffentlichte, machte er sich vor allem durch die Übersetzung der Gedichte von Edgar Allan Poe einen Namen. In ihm fand Baudelaire einen Geistesverwandten. „Les Fleurs du Mal“ oder „Die Blumen des Bösen“ sollte dann in die Literaturgeschichte eingehen. In seinen formal und sprachlich äußerst ausgefeilten, kurzen Gedichten brachte er Desillusion, Pessimismus und Melancholie zum Ausdruck und hegte eine Vorliebe für das Morbide und Hässliche. Als einer der ersten Dichter integrierte er die Welt der Großstadt in die Lyrik und bereitete damit den Weg für die europäische literarische Moderne. Die als obszön oder blasphemisch denunzierten Gedichte brachten Charles Baudelaire einen Strafprozess wegen „Beleidigung der öffentlichen Moral“ ein. In der zweiten Ausgabe, wurde deshalb auf sechs Gedichte verzichtet, die jedoch in späteren Ausgaben wieder enthalten sind. In seinen späten Jahren präsentierte Baudelaire sich als etablierter, geschätzter Dichter, doch lebenslanger Drogen- und Alkoholkonsum sowie die Syphillis-Erkrankung sorgten dafür, dass zunehmend gesundheitliche Probleme seine Tätigkeit beeinträchtigten. Nach einem Schlaganfall und der darauffolgenden halbseitigen Lähmung starb Charles Baudelaire 1867 im Alter von 46 Jahren in Paris.

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