Joachim Bauer

Joachim Bauer beschäftigt sich mit der gelebten Gen- und Hirnforschung. (c) privatAls Neurobiologe, Mediziner und Bestsellerautor interessiert sich Prof. Dr. Joachim Bauer (Jahrgang 1951) ganz besonders dafür, wie sich Erkenntnisse aus der Gen- und Hirnforschung sowohl für die klinische Tätigkeit des Arztes, als auch für den Alltag des Menschen nutzbar machen lassen. In seiner Forschungstätigkeit ist es also immer wieder dieselbe Frage, mit der sich Joachim Bauer auseinandersetzt: Wie wirken sich unser Lebensstil und unser Beziehungsverhalten auf unseren Körper aus? Bauer geht also davon aus, dass die Psyche den Körper krank machen kann.

Ein besonderes Augenmerk legt er deshalb auf den Lebensbereich der Arbeit. Sie ist notwendig, damit wir uns selbst entfalten und verwirklichen können, ist also für unser Glück verantwortlich, ist aber andererseits auch die Ursache für viele Erkrankungen. Stress und Burn-out sind wahre Volkskrankheiten geworden – und haben ihre Ursachen in der Regel im Job. In seinem Buch „Arbeit: Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht“ geht Joachim Bauer diesem Phänomen auf den Grund und ruft dazu auf, den Mensch wieder in den Fokus der Arbeit zu schieben – und nicht ökonomische Parameter. In wissenschaftlicher Vorgehensweise beginnt Bauer seine Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit in der Geschichte, schaut, ab wann man eigentlich historisch von „Arbeit“ im heutigen Sinne spricht, untersucht, was Arbeit für das Gehirn bedeutet und was die Arbeit mit dem Gehirn macht.

Seine Erkenntnis ist bahnbrechend: Der Mensch ist evolutionär nicht für die heutige Arbeit gemacht! So erklärt Joachim Bauer die zahllosen Burn-out-Diagnosen, die er nicht für eine medizinische Modeerscheinung, sondern für eine folgerichtige Entwicklung hält. Aber Bauer belässt es nicht dabei. Er hinterfragt auch, was sich ändern muss, damit die Arbeit aufhört, den Menschen zu zerstören. Das ist durchaus lesenswert – und sollte in der Arbeitspraxis dringend Berücksichtigung finden. In einer idealen Arbeitswelt gebe es nämlich, laut Joachim Bauer, eine Balance zwischen persönlicher Identität und der Identifikation mit der Arbeit, zwischen der Arbeitszeit, in der man gefordert werden kann, und dem Privatleben, in dem man nicht erreichbar sein muss, zwischen Lob und Zuwendung des Chefs und klarer Führung inklusive der dazugehörigen Kritik. Diese Balance ist notwendig, denn obwohl wir viel Lob brauchen, wirkt zu viel Lob nicht mehr. Obwohl Stress uns leistungsfähiger macht, sorgt zu viel Stress dafür, dass das System zusammenbricht. Joachim Bauers Buch „Arbeit: Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht“ ist ein guter Ansatzpunkt für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen.

Ein anderes Themengebiet, mit dem sich Joachim Bauer beschäftigt hat, ist die Frage des freien Willens. Bauer ist davon überzeugt, dass die meisten von uns in ihren Verhaltensweisen Autopilot fahren und sich von den Reizen der Außenwelt willenlos lenken und leiten lassen. Auf das Bauchgefühl hören und Impulsen folgen – das ist das Mantra des modernen Menschen. Das rationale, logisch abwägende Denken hingegen ist verpönt – und das, obwohl es, so Joachim Bauer, die unabdingbare Voraussetzung für langfristige persönliche Erfolge und gute soziale Beziehungen ist. Denn nur wer seine Impulse bewusst steuert und gezielt Entscheidungen trifft, kann man auch der werden, der der er wirklich sein will. Doch diese Erkenntnis ist noch nicht alles, was der Leser gewinnt, wenn er „Selbststeuerung: Die Wiederentdeckung des freien Willens“ von Joachim Bauer aus dem Jahr 2015 liest. Er bekommt auch konkrete Lösungen an die Hand und kann sie gleich praktisch umsetzen. Eine Entdeckungsreise zum innersten Selbst!

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