Felix Baumgartner

Felix Baumgartner schrieb Geschichte, als er mit 1342 km/h kopfüber auf die Erde zuraste und dabei auf seinem legendären Sprung aus dem Weltall als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrach. Es war ein Moment, der die Welt den Atem anhalten ließ. Nie zuvor hatte es so etwas gegeben – und bis zuletzt war es nicht ganz möglich, jedes Risiko dieses Unterfangens zu kalkulieren. Doch Felix Baumgartner ist ein Mann der Extreme. Selbst das Wissen, dass dieser Sprung sehr wohl sein letzter hätte sein und tödlich hätte enden können, konnte ihn nicht von diesem bislang einzigartigen Unterfangen abhalten. Auch wenn es von vielen Kritikern als sinnlos und überflüssig eingestuft wurde, kann man sich doch nicht ganz des Respekts erwehren, der einen bei der Vorstellung überkommt, wie es sein muss, in 39.000 Metern Höhe aus einer Kapsel zu treten und sich auf eine winzig scheinende Erde fallen zu lassen. Die Bilder dieses Sprungs sind unvergesslich und werden für immer in die Geschichte eingehen. Doch wer ist der Mensch unter dem Raumanzug? Dieses Geheimnis versucht Felix Baumgartner in dem Buch „Himmelsstürmer: Mein Leben im freien Fall“ zu lüften, das nur sieben Monate nach dem legendären Sprung erschienen ist. Die Autobiografie gibt einen sehr lesenswerten Einblick in die Psyche eines Mannes, für den es keine Grenzen gibt. Der Österreicher mit dem charismatischen Lächeln zeigt jenen atemberaubenden Moment, in dem er die Angst überwand und etwas schaffte, was als unmöglich galt, in jedem Detail und lässt den Leser so sehr daran teilhaben, dass man mit Tränen in den Augen von den Seiten hochblickt. Wir erfahren aber auch, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Felix Baumgartner den weltweit ersten Stratosphärensprung wagte, von seiner Ausbildung zum Fallschirmspringer beim österreichischen Bundesheer, von seinem ersten Objektsprung, von seinen atemberaubenden 2600 Fallschirm-Absprüngen, von denen 130 Objektsprünge waren und von seiner sensationellen Karriere als professioneller Basejumper. Zu seinen größten Triumphen gehören der Sprung von der Christusstatue in Rio de Janeiro, das Wettfliegen gegen eine 368 kW starke Pilatus-Porter-Propellermaschine, die erste Überquerung des Ärmelkanals im Gleitflug in nur 6 Minuten und 22 Sekunden (bei 360 km/h), der Sprung von der höchsten Brücke der Welt, dem 343 Meter hohen Viaduc de Millau und der Sprung vom 509 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 in Taipeh. All diese Ereignisse aber wurden von dem Stratosphärensprung am 14. Oktober 2013 in den Schatten gestellt. Nicht alle dieser Aktionen waren legal, erforderten actionreiche Fluchten und aufregende Aktionen, bei denen Fallschirme an Sicherheitspersonal vorbei geschmuggelt und Landeverbote umgangen werden mussten. All das und noch viel mehr lesen Sie in Felix Baumgartners Erinnerungen „Himmelsstürmer: Mein Leben im freien Fall“ nach. Direkt nach dem Sprung hat sich Baumgartner übrigens aus dem Extremsport zurückgezogen und möchte nun nur noch Rettungshubschrauberpilot in den Alpen und in Kalifornien arbeiten. Man darf gespannt sein, ob sich der Mann der Extreme damit zufriedengeben wird.

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