Harriet Beecher-Stowe

Harriet Beecher-Stowe (1811 – 1896) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und wurde mit ihrem Roman „Onkel Toms Hütte“ weltbekannt. Das Werk gilt heute als Literaturklassiker und verdeutlicht Beecher-Stowes ablehnende Haltung zur der Sklaverei. Sie wurde als jüngste Tochter eines presbyterianischen Theologen in Connecticut geboren und besuchte dort die Mädchenschule. 1836 heiratete Harriet Beecher-Stowe den Theologieprofessor Calvin E. Stowe und nutzte die freien Stunden des Tages damit, sich intensiv mit dem Schreiben zu beschäftigen.

Schon 1843 konnte sie ihren ersten Sammelband veröffentlichen: „The May-flower“. Ein Thema, das sie schon lange beschäftigt hatte, war die Sklaverei. Schon in Connecticut hatte sie das Leben der Sklaven aufmerksam verfolgt. In Massachusetts, wo sie mit ihrem Ehemann lebte, der an das theologische Seminar in Andover berufen worden war, schrieb sie dann ihre Eindrücke in dem tragischen Roman „Onkel Toms Hütte“ nieder. Der Text erschien zunächst als Fortsetzungsroman in der Abolitionisten-Zeitung „National Era“ und erst später in Buchform. Die Abolitionisten-Bewegung hatte sich die Abschaffung der Sklaverei zum Ziel gesetzt und in Harriet Beecher-Stowe und ihrem Roman ein gutes Sprachrohr gefunden, das überall Gehör fand.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich das Werk zu einer wichtigen Kampfschrift, die auch im Bürgerkrieg der Nord- gegen die Südstaaten Anwendung fand, und hatte einen großen Einfluss auf die politische Meinung dieser Zeit. In diesem Kontext ist auch die Äußerung Abraham Lincolns zu verstehen, die von einem Zusammentreffen mit  Beecher-Stowe überliefert ist: „Sie sind also die kleine Frau, die diesen großen Krieg verursacht hat.“1853 legte sie den „Schlüssel zu Onkel Toms Hütte“ nach, eine historische Aufarbeitung der im Buch verarbeiteten Ereignisse. Damit endete die literarische Karriere von Harriet Beecher-Stowe jedoch noch nicht. In den folgenden Jahren schrieb sie unter anderem „Sunny Memories of Foreign Lands“ über ihre Reise durch Europa, „Nina Gordon“, „The Minister’s Wooing“ und „Old Town Folks“. Doch keiner ihrer späteren Romane konnte an den Erfolg ihres Meisterwerks anknüpfen. Vor allem ihre letzten Romane und die meisten ihrer Gedichte sind religiöser Natur. 1896 starb Harriet Beecher-Stowe in Hartford, Connecticut.

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