Miranda Beverly-Whittemore

Schreiben war für die US-amerikanische Schriftstellerin Miranda Beverly-Whittemore (Jahrgang 1976) von Anfang an eine Möglichkeit, zu erkunden, wo ihr Platz in dieser Welt sein könnte. Doch auch nach drei großartigen Romanen und der Geburt ihres Sohnes, schreibt Beverly-Whittemore noch immer: „Obwohl ich inzwischen Mutter und Schriftstellerin bin, weiß ich gerade mal ein bisschen mehr über den Ort, an den ich in der Welt gehöre als Mabel. Aber nicht viel mehr.“ Zugleich schreibt sie aber, sie liebe das Abenteuer, nicht zu wissen, was als nächstes kommt - „ob im Leben oder in der Kunst.“ Jene Mabel, auf die sie sich dabei bezieht, ist die Hauptfigur in Miranda Beverly-Whittemores dritten Roman „Bittersweet“, ein junges Mädchen, das mit einem Stipendium an einem Elite-College studiert und dort die reiche und makellose Ev kennenlernt. Noch ahnt Mabel natürlich nicht, dass ihre Freundschaft zu Ev nicht nur ihr ganzes Leben, sondern auch ihre Definition von Gut und Böse verändern wird. Dafür hat Miranda Beverly-Whittemore sich einiges einfallen lassen.

Ihre Kindheit verbrachte die Autorin in Senegal, wo ihre Eltern ethnologische Studien betrieben. Ihre weiße Hautfarbe sei das Einzige gewesen, was sie von den anderen Kindern unterschied, erinnert sich Miranda Beverly-Whittemore heute auf ihrer Website. Eine ihrer ersten Erinnerungen sei, wie sie mit den anderen Kindern im Casamance River gewaschen wurde. Beim Volk der Mandinko habe sich Beverly-Whittemore niemals einsam gefühlt. Erst nach ihrem Umzug nach Vermont (Schauplatz von „Bittersweet“) habe sie jenes Gefühl kennengelernt, das sie auch Mabel in „Bittersweet“ mit auf den Weg gab: das Gefühl, nirgendwo hin zu gehören, sich aber nichts sehnlicher zu wünschen als endlich Teil einer Gruppe zu sein. Es sollte einige Jahre dauern, bis die heutige Schriftstellern zwischen einer Gruppe von Theaterleuten endlich Gleichgesinnte fand, die – genau wie sie selbst – davon überzeugt waren, dass ihre Eigenarten und ihre Fremdartigkeit das war, was sie besonders machte, „Menschen, die sich ständig als verrückte Charaktere verkleideten, und über Shakespeare weinten und lachten […].“

Noch wusste Miranda Beverly-Whittemore noch nicht, dass sie eines Tages Autorin sein wollte. Sie begann aber, es zu ahnen. Auf dem College belegte sie Englisch als ihr Hauptfach und schrieb einen Versroman über ihre Kindheit in Senegal. Ihr erster Job war die Assistenz bei einer Lesereihe im Unterberg Poetry Center in der 92nd Street in New York, wo sie täglich in Kontakt mit Schriftstellern und ihren Geschichten kam. Spätestens hier wusste sie, was sie wollte, und schrieb ihren ersten Roman: „The Effect of Light“. Das Buch erlaubte es Miranda Beverly-Whittemore, zwei Dinge miteinander zu vereinen, die sie liebte: das Schreiben und das Fotografieren. Der Roman erschien 2005 und war der Beginn der schriftstellerischen Karriere von Beverly-Whittemore. Ihr zweites Buch, „Set Me Free“ erschien 2007 und ist unter anderem als Hommage an ihrer Theaterfreunde aus der Schulzeit zu verstehen. Nach der Geburt ihres Sohnes arbeitete sie mit ihrer Schwester, der Filmemacherin Kai Beverly-Whittemore, an einer Adaption von „The Effect of Light“. Nach einer Kurzfilmfassung sind die Schwestern inzwischen mit einer Spielfilm-Version beschäftigt. Mit „Bittersweet“ gelingt Miranda Beverly-Whittemore nun endlich der Sprung über den großen Teich.

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