Oliver Bierhoff

Oliver Bierhoff spielte früher für die deutsche Nationalmannschaft und ist inzwischen ins Management gewechselt. (c) Oliver BierhoffOliver Bierhoff (Jahrgang 1968) ist ein ehemaliger deutscher Profifußballer, der viele Jahre in der deutschen Fußballnationalmannschaft spielte und bei der Europameisterschaft 1996 das erste Golden Goal der Turniergeschichte erzielte. Seit 2004 ist Bierhoff Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft und so noch immer ständig in den Medien präsent. Die erste Mannschaft, für die Oliver Bierhoff spielte, war der Essener SG 99/06, dem auch der spätere Nationaltorwart Jens Lehmann angehörte. Später wechselte er zu Schwarz-Weiß Essen und zum Bayer Uerdingen, für den er erstmals in der 1. Bundesliga spielte. Über Zwischenstationen beim Hamburger SV und bei Borussia Mönchengladbach kam Oliver Bierhoff schließlich zum SV Austria Salzburg, wo er 1990 mit 23 Saisontreffern für Aufsehen sorgte. Nach diesem Erfolg gelang ihm bei Inter Mailand der große Durchbruch. 1995 schoss er bei Udinese Calcio in 86 Pflichtspielen 57 Treffer. Ein Jahr später gab er sein Debüt in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Schon 1996 gehörte er zu Berti Vogts Kader für die Fußballeuropameisterschaft in England. Im Finale gegen Tschechien gelang ihm dann das erste Golden Goal der Herren in der Turniergeschichte – und Deutschland wurde Europameister. Bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1998 sorgte Oliver Bierhoff wiederum für Aufsehen, als er innerhalb von nur sechs Minuten drei Tore schoss, nachdem er beim Stand von 0:1 in der 69. Minuten eingewechselt worden war. Damit gelang ihm der schnellste Hattrick in der Geschichte des DFB. 1997/98 wurde er Torschützenkönig der italienischen Serie A und 1998 zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt. 1999 wurde Oliver Bierhoff mit dem AC Mailand italienischer Meister. Bei der Europameisterschaft 2000 sollte Bierhoff das Team als Kapitän anführen, zog sich jedoch kurz nach dem ersten Gruppenspiel beim öffentlichen Training einen Muskelfaserriss zu und fiel für den Rest des Turniers aus. Deutschland schied damals in der Vorrunde gegen England aus. Zwei Jahre später jedoch konnte das Team in Japan und Südkorea den Titel des Vize-Weltmeisters erringen. Im Finale gegen Brasilien spielte Oliver Bierhoff sein letztes Spiel für die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Mit 37 Treffern in 70 Länderspielen war Bierhoff ein sehr erfolgreicher Fußball-Profi, der als der Spieler mit den meisten Toren nach einer Einwechslung gilt. Seit 2004 ist Oliver Bierhoff Nachfolger von Jürgen Klinsmann als Manager der DFB-Elf. Immer wieder gerät er mit seinen Äußerungen in die öffentliche Kritik. So zum Beispiel in der Frage, ob die Spieler die Nationalhymne mitsingen müssten. Hier sagte Bierhoff gegenüber der BILD-Zeitung im September 2012, dass die Tatsache, dass die Spieler nicht mitsängen, nicht bedeutete, dass sie sich nicht mit der Mannschaft oder dem Land identifizierten. In seinem 2012 veröffentlichten Buch „Spielunterbrechung“ wird deutlich, dass Oliver Bierhoff sich schon während seiner Zeit als aktiver Spieler intensiv Gedanken gemacht hat – um das Spiel, um seine Position darin und um das Leben. Vieles, was im Fußball gilt, kann seiner Ansicht nach auch auf das große Leben übertragen werden und umgekehrt. So ist „Spielunterbrechung“ keine Autobiographie von Oliver Bierhoff und auch kein Ratgeber für Nachwuchsspieler, sondern eine beinahe philosophische Betrachtung des Spiels. Für ihn ist das Buch ein „Aufruf – nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern eben auch im Leben – immer wieder das Spiel zu unterbrechen, anzuhalten, nachzudenken, Dinge aus verschiedenen Sichtweisen und Perspektiven zu sehen und auch den Mut zu haben, neue Wege zu gehen.“ Es soll „zum Nachdenken und auch zum Diskutieren anregen“ und zeigen, dass es immer verschiedene Wege und Sichtweisen gibt. Das bringt auch der Untertitel  „Man muss nicht schnell laufen, man kann auch richtig stehen“ zum Ausdruck. Es ist ein Zitat von Oliver Bierhoff, das er im Gespräch mit Mehmet Scholl gebracht haben soll, nachdem er 1996 das Golden Goal geschossen hatte und Scholl ihn als „Speedy“ aufzog. Für alle, die sich auch über die 90 Minuten hinaus mit dem Thema Fußball beschäftigen und etwas weiter denken wollen, ist Oliver Bierhoffs „Spielunterbrechung“ also eine durchaus lohnenswerte Lektüre.

 

Oliver Bierhoff spricht im Interview mit literaturtipps.de über "Spielunterbrechung":

 

Literaturtipps.de: Sie haben Ihr Buch über Fußball „Spielunterbrechung“ genannt. Im ersten Moment irritiert das – schließlich geht es beim Fußball um das Spiel und nicht um dessen Unterbrechung. Oder vielleicht doch nicht? Welcher Gedanke steckt hinter der Wahl dieses Titels?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Sie schreiben, dass Spielunterbrechungen notwendig sind, damit sich die Spieler aus dem hohen Tempo ausklinken, sich umschauen und reflektieren können. Ist das als Rat zu verstehen, öfter innezuhalten und den Fokus in der Fußballwelt zu verschieben?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: „Man muss nicht nur schnell laufen, man kann auch richtig stehen“, ist ein Zitat von Ihnen, mit dem Sie Mehmet Scholl 1996 den Wind aus den Segeln genommen haben. Wie ist es entstanden?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Nun haben Sie es als Untertitel für Ihr Buch gewählt haben. Welche Bedeutung hat dieses Zitat für Sie persönlich und was wollen Sie dem Leser damit auf den Weg geben?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: In „Spielunterbrechung“ erlauben Sie dem Leser einen ganz neuen Blickwinkel auf die Fußballwelt, lassen ihn hinter die Kulissen blicken und Fußball ganz neu als in sich geschlossenen Mikrokosmos begreifen. Ist jetzt die Zeit für so ein Buch gekommen? Gehen in der Fußballwelt Veränderungen vor, die so ein Buch begünstigen – oder sogar fordern?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Sie schreiben: „Fußball ist Kampf und Kommerz, Wirtschaft und Wissenschaft, Gewalt und Fairplay, Treue und Trotz, Unterhaltung und Emotion, Ursache und Wirkung.“ Was bedeutet Fußball für Sie ganz persönlich? Was ist an diesem Sport, das Sie so sehr fesselt, dass Sie sich auch 10 Jahre nach dem Ende Ihrer außergewöhnlichen Profi-Karriere nicht aus dem aktiven Fußball zurückziehen wollen und Ihren Management-Vertrag bis 2014 verlängert haben?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Wann kam Ihnen der Gedanke das Buch zu schreiben? Hatten Sie den Entschluss spontan gefasst oder ist das ein jahrelanger Planungsprozess?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Was ist denn Ihre finale Intension gewesen dieses Buch zu publizieren?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Eine Anekdote des Buches beschreibt recht lustig Ihre Ihre Erlebnisse mit Mitspieler Mehmet Scholl. Was sagt er zu Ihrem Werk?

Oliver Bierhoff:

Literaturtipps.de: Ist ihr Buch aus freier Feder entstanden oder hatten Sie einen Ghoswriter oder Autor der über Sie oder mit Ihnen getextet hat?

Oliver Bierhoff:

Wir bedanken uns bei Oliver Bierhoff für das Interview. Bei uns finden Sie übrigens auch weitere Fußballbücher.

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