Nikolaus Blome

Nikolaus Blome kennt die Kanzlerin sehr gut - und hat ein Buch über sie geschrieben.Nikolaus Blome (Jahrgang 1963) leitet seit 2006 das Hauptstadtbüro der BILD-Zeitung und gehört damit zum inneren Kreis der Wirtschafts- und Politikjournalisten in Berlin. In all diesen Jahren konnte er viele Insider-Einblicke in den Politbetrieb der Hauptstadt gewinnen und hatte ausreichend Gelegenheit, die Kanzlerin aus nächster Nähe zu beobachten, sich mit ihr zu unterhalten und einen individuellen Eindruck von ihr zu bekommen. In seinem Buch „Angela Merkel – Die Zauder-Künstlerin“ porträtiert er die Kanzlerin, die oft im Ruf steht, eine „Kanzlerin ohne Volk“ zu sein und nicht umsonst den Beinamen „Angela Mutlos“ trägt, so wie sie noch nie gezeigt worden ist. Blomes Buch bietet intime Einblicke, ohne übermäßig reißerisch zu wirken, und stellt damit eine sehr angenehme Ausnahme dar. Nikolaus Blome studierte Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften in Bonn und Paris und absolvierte dann Anfang der 1990er Jahre die Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Bevor er zur BILD-Zeitung kam, deren stellvertretender Chefredakteur Nikolaus Blome heute ist, arbeitete er als Wirtschaftsredakteur für den Tagesspiegel und war für eine Regionalzeitung Korrespondent in Brüssel. Seit 1997 gehört Blome zum Axel-Springer-Verlag, zunächst als Ressortleiter Außenpolitik für Die Welt. 2001 übernahm er die Chefredaktion für die Zeitung und kam so nach Berlin, wo er bis heute zum inneren Kreis der Politikjournalisten zählt. Seit 2002 leitete Nikolaus Blome die Ressorts Innenpolitik und Parlamentsbüro. 2006 dann kam der Wechsel zur BILD-Zeitung. Er übernahm die Leitung des Hauptstadtbüros der Boulevard-Zeitung und ist seit Mai 2011 ihr stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wirtschaftsressorts. In dieser Position hatte Nikolaus Blome viel Gelegenheit, die Kanzlerin kennenzulernen – sowohl in ihrer Funktion als Kanzlerin als auch als Privatperson. Auf der Basis gemeinsamer Auslandsreisen, Interviews und Hintergrundgespräche veröffentlichte er 2013 das Buch „Angela Merkel – Die Zauder-Künstlerin“. Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, stellte das Buch am 15. April in Berlin vor und lobte ausdrücklich, es lese sich gut, sei „gut recherchiert, voller Fakten“. Der SPD-Politiker gestand, durch Nikolaus Blome neue Seiten der Kanzlerin entdeckt zu haben, obwohl er schon „viel mit ihr zusammenarbeiten musste“. Sein Fazit: „Was ich gelernt habe, ist, dass es die Angela Merkel des Amtes gibt und dass es die private Angela Merkel gibt.“ Das Magazin Focus freut sich, dass Blome nicht versucht hat, mit „revolutionär intimen Infos aus dem Privat- oder Politleben der Kanzlerin“ aufzuwarten. „Wie auch, bei einer Frau, die Diskretion zum Markenzeichen erhoben hat? Die Stärke seiner Betrachtung aber steckt in der intellektuellen Einfühlungskraft des Autors.“ Seinen Titel „Die Zauder-Künstlerin“ versteht Nikolaus Blome übrigens nicht zwingend als Kritik an der Kanzlerin: „Zaudern ist eigentlich negativ besetzt, offenkundig ist aber das Zaudernde, Zögernde, das In-kleinen-Schritten-gehen bei der Mehrheit der Leute sehr beliebt, sonst käme sie nicht auf diese Umfragewerte. Irgendwas an diesem Zaudern gefällt den Leuten“ (BILD-Zeitung). Die Art, wie Blome darüber schreibt, dass sich Angela Merkel nicht als „allzeit reaktionsbereiter Hüter unumstößlicher Weisheit geriert“ (Focus), lässt erkennen, dass er in ihr weniger die „machthungrige Opportunistin“ sieht, als die sie häufig dargestellt wird, sondern dass er die Offenheit Merkels als „Gegenentwurf zu den Pseudo-Gewissheiten einer politischen Planwirtschaft à la DDR“ (Focus) versteht. Alles in allem ist „Angela Merkel – Die Zauder-Künstlerin“ von Nikolaus Blome zwar nur ein weiteres in einer langen Reihe von Büchern über die Kanzlerin, doch unter ihnen eines, das in jedem Fall lesenswert ist. Überflüssig ist das, was Blome über sie zu sagen weiß, nämlich wirklich nicht. Auch von Nikolaus Blome ist übrigens das Buch "Der kleine Wählerhasser", in dem der Autor versucht, zu erklären, wie die Politiker ticken.

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