Nickolas Butler

Nickolas Butler ist ein US-amerikanischer Kurzgeschichten-Autor. © Regina ButlerNickolas Butler (Jahrgang1979) wurde in Allentown, Pennsylvania geboren und wuchs in Eau Claire, Wisconsin auf. Er studierte an der University of Wisconsin und am University of Iowa Writers' Workshop. Bevor er Autor wurde, sammelte Nickolas Butler einige ungewöhnliche Arbeitserfahrungen in anderen Berufen: So war er als Kaffeeröster, Fleischverpacker, Gastwirt, als Angestellter eines Schnapsladens, Büroleiter und sogar als Hot Dog-Verkäufer tätig. 

Doch diese Jobs waren keine Erfüllung für ihn. Nickolas Butler wollte für seine Familie sorgen, er wollte, dass sein Kind einmal stolz auf ihn sein könnte. Er selbst meinte, seine Fähigkeiten seien begrenzt. Doch Butler erkannte zugleich, dass er neben der Kaffeerösterei auch Ahnung von Literatur und dem Schreiben hatte. Also nahm er sich vor, ein besserer Schriftsteller zu werden. Er nahm an einem Workshop teil und arbeitete hart an seinen ersten Kurzgeschichten, die ihn zu einem Schreibkurs in Iowa führten. Mit den Kurzgeschichten kamen die Publikationen in größeren Journalen.

Der Autor und Journalist schreibt mittlerweile Kurzgeschichten, Gedichte und nicht fiktionale Texte für mehrere Magazine und Zeitungen. Nickolas Butlers literarische Ergüsse wurden bereits mehrfach prämiert. 2007 erhielt er den „Davis Demitasse Poetry Award“, zwei Jahre später wurde er Zweitplatzierter im „Wisconsin People & Ideas Poetry Contest“ und 2010 bekam der Autor den „Lumberyard Roark“ Preis für Poesie verliehen. Sein erster Roman, „Shortgun Lovesongs“, erschien 2013. Ein Roman, der aus Heimweh und Einsamkeit fern ab von Wisconsin entstand. Mittlerweile legte er mit „Unterm Lagerfeuer“ (2014) nach, einem Buch bestehend aus mehreren Kurzgeschichten über Stereotype und leicht klischeehaften Ansichten über die Bewohner des Mittleren Westens. Äußert humorvoll aber nie unter die Gürtellinie schlagend schafft Butler so ein lesenswertes Bildnis seiner Landsleute.

Sowohl „Shortgun Lovesongs“ (2013) als auch „Unterm Lagerfeuer“ (2014) handeln von Leuten des Mittleren Westens. Mit beiden Büchern versucht Nickolas Butler gegen das Vorurteil vorzugehen, dass Autoren des Mittleren Westens sentimentaler schreiben würden. Und auch gegen typische Vorurteile eines  Kleinstadtlebens. Doch als Sprecher oder Vorurteils-Bekämpfer der Stadt sieht er sich nicht. Das hätten andere großartige Schriftsteller wie David Rhodes oder Michael Perry vor ihm bereits geschafft, wie Butler in einem Interview mit der Wisconsin Academy klarstellt.  Nickolas Butler ist äußert heimatverbunden. Für die Zeit seines Studiums pendelte er zwischen Arbeit und Familie. Seine Frau, Rechtsanwältin, und ihr gemeinsames Kind lebten damals in der Metropolregion Minneapolis-Saint Paul. Gleichzeitig zum zweiten Roman wurden Nickolas Butler und seine Frau erneut Eltern. Durch den Verkauf des Romans „Unterm Lagerfeuer“ konnte sich die Familie endlich ein eigenes Haus leisten und gemeinsam in ihre Heimat Wisconsin zurückkehren.

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