Susan Cain

Susan Cain (Jahrgang 1968) ist eine US-amerikanische Autorin, die mit ihrem Buch „Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ darauf aufmerksam gemacht hat, dass es nicht nur die lauten und schrillen Menschen sind, die in der Welt etwas bewegen können, sondern dass gerade bedeutende und wichtige Entwicklungen und Erfindungen auf diejenigen zurückgehen, die allgemein hin als introvertiert, ruhig und scheu gelten. Wenn Susan Cain ihren Lebenslauf vorstellt, dann mag man kaum glauben, dass sie selbst zu diesen stillen Menschen gehört, die sie in ihrem Buch beschreibt. Sie studierte an der Princeton University und an der Harvard Law School und arbeitete anschließend an der Wall Street als Rechtanswältin und dann als Verhandlungsberaterin. Später besaß sie selbst eine solche Beratungsfirma. Auf ihrer Website schreibt sie: „Das alles könnte Sie glauben lassen, dass ich eine knallharte, extrem selbstbewusste Person bin, die die Dinge in die Hand nimmt, doch in Wahrheit bin ich das genaue Gegenteil.“ („From all this you might guess that I’m a hardcore, wonderfully self-confident, pound-the-table kind of person, when in fact I’m just the opposite.”) Das hat Susan Cain an einem bestimmten Punkt selbst erkannt und sich entschieden, ihre Arbeit aufzugeben und sich in ein ruhigeres Leben zurückzuziehen, das mehr ihrem Wesen entsprach. Inzwischen ist sie als selbstständige Autorin tätig, arbeitet zuhause und genießt die Zeit mit ihrer Familie. Wenn sie heute zurückblickt, dann erscheinen ihr die Jahre an der Wall Street wie das Leben in einem fremden Land, schrieb sie 2010 in einem Artikel im Chicago Tribute. Über die Erkenntnis, dass man sich nicht verstellen muss, um erfolgreich zu sein und dass man auch als ruhiger, introvertierter Mensch seinen Weg gehen kann, hat sie ihr Buch „Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ geschrieben, das sie eher als persönliche Mission denn als literarisches Werk betrachtet. Sieben Jahre dauerte die Arbeit an dem Buch, das Susan Cain 2012 endlich veröffentlichte. Um mehr Menschen zu erreichen, entschloss sie sich dazu, eine Vortragsreise zu machen, obwohl die Bühne nicht ihr „natürliches Umfeld“ sei, wie sie selbst zugab. Seit 2011 bereitete sie sich auf diese Vorträge wie auf einen Marathon vor, um „die beste und mutigste Sprecherin“ zu werden, die sie sein könnte, wie sie bei der TED Conference 2012 eingestand. Sie bezeichnete dieses Jahr selbst als ihr „Year of Speaking Dangerously“, ein Jahr, in dem sie sich einer Situation aussetzte, die ihrem Wesen zuwiderlief, um anderen Menschen Mut zu machen, zu ihrem Wesen zu stehen. Mit Erfolg: Für ihre Reden erhielt Susan Cain vom Publikum Standing Ovations. Etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung des Buches erschienen Artikel von Susan Cain in diversen US-amerikanischen Magazinen, in denen sie das Problem von verschiedenen Seiten analysierte und ihre Lösungen vorstellte. „Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ landete in vielen Listen auf den vorderen Plätzen der besten Bücher des Jahres 2012, ein Erfolg der der Theorie von Susan Cain Recht gibt.

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