Pedro Calderón

Pedro Calderón de la Barca (1600 – 1681) war ein spanischer Dichter, dessen Werk “Das Leben ist ein Traum“ zu den großen Klassikern der Weltliteratur zählt. Auf wahrhaft künstlerische Weise stellt Calderón darin die Frage nach Willen und Schicksal und zeigt die Nichtigkeit alles irdischen Glücks und Begehrens auf. Sein literarisches Schaffen gilt als Höhepunkt des spanischen Theaters und erlebte in der deutschen Klassik und Romantik eine wahre Renaissance. Calderón ist der Spross einer alten spanischen Adelsfamilie, verlor seine beiden Eltern jedoch bereits im Kindesalter. Im Alter von 14 Jahren kam er auf das Jesuitenkolleg in Madrid und beschloss, Priester zu werden. Schon zu diesem Zeitpunkt hegte Pedro Calderón ein großes Interesse an Literatur, entschied sich jedoch für ein Jurastudium und wurde 1620 Soldat bei der Marineinfanterie. Sein erster literarischer Erfolg ist aus einem Literaturwettbewerb im Jahr 1622 vermeldet. Es heißt, er gewänne „in seinem Alter Lorbeeren […], welche die Zeit nur ergrauten Herren zu geben pflegt.“ Was er in den darauffolgenden Jahren, bis 1635, tat, ist bis heute nicht ganz sicher. Einer Theorie zufolge ging Pedro Calderón als Soldat der Spanischen Armee nach Flandern und Italien; einer anderen Theorie zufolge lebte er in Madrid und errang hier in kürzester Zeit ein Ansehen als Dichter. 1635 wurde er Hofdramatiker am Hof von König Philipp IV. und damit offiziell als bester Dramatiker seiner Zeit anerkannt. In dieser Zeit entstand auch sein bekanntestes Werk „Das Leben ist ein Traum“, das 1636 in einem Sammelband von seinem Bruder veröffentlicht wurde. Trotz seiner herausragenden Stellung, unter anderem als Ritter des Santiago-Ordens, beteiligte sich Pedro Calderón an Feldzügen der spanischen Armee, unter denen seine Gesundheit sehr litt. Für die Jahre ab 1642 ist wieder sehr wenig über ihn bekannt, doch man nimmt allgemein an, dass er in Folge des Todes seiner Frau mit schweren persönlichen Problemen zu kämpfen hatte. 1651 ließ sich Calderón zum Priester weihen und schwor der Schriftstellerei ab. Doch er sollte diesen Schwur brechen und zunächst die Autos sacramentales – allegorische Stücke über das letzte Abendmahl – und später ein weiteres Stück anlässlich der Heirat Karl II. mit Marie-Louise von Bourbon schreiben. Im Alter von 81 Jahren starb Pedro Calderón in Armut, obwohl er seit 1663 königlicher Hofkaplan war.

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