Geoffrey Chaucer

Geoffrey Chaucer (1343 – 1400) war der bedeutendste englische Schriftsteller und Dichter des Mittelalters. Vor allem seine Canterbury Tales („Die Canterbury-Erzählungen“) sorgten dafür, dass sein Ruhm auch mehr als 600 Jahre nach seinem Tod nicht verblasst ist.

Seine besondere Leistung bestand darin, dass Chaucer – ebenso wie Martin Luther später – die Sprache des Volkes verwendete, anstatt seine Werke in Latein oder Französisch zu verfassen. So erhob er das Mittelenglische zu der Literatursprache, die sie bis heute geblieben ist. Chaucer entstammte einer reichen Londoner Weinhändlerfamilie. Über seine Jugend ist kaum etwas bekannt, außer, dass er 1359 als Soldat an der Invasion Frankreichs beteiligt war. Erst 1366 erwähnt ihn ein Schutzbrief König Karls II. von Navarra. Demnach schien Geoffrey Chaucer im Auftrag des englischen Königs als Diplomat unterwegs gewesen zu sein. Im gleichen Jahr heiratete Chaucer eine Hofdame der Königsgemahlin. So wurde Chaucer Mitglied des königlichen Haushalts und stand unter der Patronage des Herzogs von Lancester, der seine schriftstellerische Tätigkeit förderte.

Chaucer scheint an der Londoner Rechtsschule Inns of Court studiert zu haben und mehrmals in königlichem Auftrag ins Ausland gereist zu sein. Hier lernte er die Werke von Boccaccio und Dante kennen, die ihn später zu seinen „Canterbury-Erzählungen“ inspirieren sollten. Zwischen 1374 und 1385 war Geoffrey Chaucer Zollinspektor für den Woll-, Fell- und Lederexport, 1390 ernannte Richard II. ihn zum Aufseher über die königlichen Bauvorhaben und später zum Forstaufseher über die königlichen Wälder in North Petherton. Diese Aufgaben ließen ihm ausreichend Zeit, sich dem Schreiben zu widmen. In jenen Jahren entstanden die berühmten Canterbury Tales, „Die Canterbury-Erzählungen“. 1400 verstarb Chaucer in London.

Literaturwissenschaftler sind sich heute einig, dass Geoffrey Chaucer der Begründer der modernen englischen Literatur ist. Seine Werke sind in einer Komplettedition als "The Riverside Chaucer" erhältlich. 

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