Harlan Coben

Harlan Coben gehört zu den besten Thriller-Autoren der USA. © Sandra Mapp c/o Dutton AdultHarlan Coben (Jahrgang 1962) ist ein hochgefeierter US-amerikanischer Thriller-Autor, der mit seinen Myron-Bolitar-Krimis bekannt geworden ist. Er stammt aus New Jersey und studierte am Amherst College Politikwissenschaften. Eine Karriere als Autor war zunächst nicht abzusehen, denn Harlan Coben zog es vorerst in die Reisebranche. 1995 dann der Überraschungserfolg: Mit dem Debüt-Thriller „Deal Breaker“ („Das Spiel seines Lebens“) gelang ihm sofort der Durchbruch. Seitdem ist Coben eine feste Größe in der US-amerikanischen Krimilandschaft, ausgezeichnet unter anderem mit dem Edgard Allan Poe Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Alle drei Auszeichnungen gelten als die wichtigsten amerikanischen Krimipreise.

Was Wallander für den Schwedenkrimi ist, ist Harlan Cobens Figur Myron Bolitar inzwischen für den amerikanischen Krimi geworden. 2011 jedoch ließ der Autor eine zweite Figur auf dem Parkett seiner Bücher erscheinen: Mickey Bolitar. Im Gegensatz zu den Myron Bolitar-Krimis, die sich ausschließlich an ein erwachsenes Publikum richten, ist Mickey Bolitar der Star einer Serie für Jugendliche und junge Erwachsene. Coben empfiehlt dieses Buch sogar explizit für Eltern, die eine Leseerfahrung mit ihren Teenager-Kindern teilen wollen. „Nur zu deinem Schutz“, der erste Band der Mickey Bolitar-Reihe erschien 2011. Unabhängig von den Krimi-Serien hat Harlan Coben aber auch noch andere Thriller und Romane geschrieben, darunter „Das Grab im Wald“, eine schaurige Geschichte über ein altes Familiengeheimnis und lang verschollene Kinder.

Die Familie ist ein wiederkehrendes Thema in den Büchern von Harlan Coben. Auf seiner Website erklärt er in den Frequently Asked Questions: „Die Themen, die mich am meisten interessieren, handeln von der Familie – von den Banden, die wir alle kennen. Ich mag Geschichten, in denen die Vergangenheit nachhallt und Schockwellen in die Gegenwart sendet. Ich mag Romane über alte Geheimnisse und lang verschollene Menschen, die noch immer am Leben sein könnten, über Verlust und Erlösung.“ Genau so ein Buch ist „Das Grab im Wald“(2007). Es hat all die Zutaten, die Harlan Coben an einem guten Buch zu schätzen weiß. Vielleicht ist das auch genau der Grund, warum der Roman Thriller-Fans in aller Welt begeisterte - weil auch Harlan Coben selbst von der Geschichte angetan war.

2012 dann war ein sehr produktives Jahr für den Autor: Neben dem Myron Bolitar-Krimi „Sein letzter Wille“ erschienen auch der Mickey Bolitar-Roman „Seconds Away“ und der Thriller „Stay Close“. 2013 endlich war es dann soweit: Harlan Coben Fans in Deutschland konnten sich über die Übersetzung von „Stay Close“ freuen. Unter dem Titel „Wer einmal lügt“ erzählt Coben die Geschichte von Megan, die in einer schrecklichen Nacht vor 17 Jahren Unaussprechliches erlebt hat und die daraufhin in ein neues Leben geflohen ist. Nun droht die Vergangenheit, sie einzuholen und alles zu zerstören, was sie sich in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Harlan Coben ist mit „Wer einmal lügt“ ein guter, solider Thriller gelungen, der sich zwar manchmal etwas in die Länge zieht, der aber so komplex und gut durchdacht ist, dass man das als Leser gern verzeiht.

Ganz anders bei „Ich finde dich“: Der Psychothriller, den Coben 2014 veröffentlichte, weist praktisch keine Schwächen auf, ist rundherum gelungen und ein Garant für schlaflose Lesenächte. Coben gelingt es darin, seinem Protagonisten Jake jede Sicherheit zu nehmen, ihn an allem zweifeln zu lassen, was er glaubte, erlebt zu haben, und wen er glaubte, gekannt zu haben. Von einem Tag auf den anderen stürzt seine gutbürgerliche Existenz zusammen – und der Leser fällt mit ihm in einen tiefen Abgrund. Mit „Ich finde dich“ hat Harlan Coben ein Meisterwerk der Spannungsliteratur vorgelegt, das schließlich nur er selbst ein gutes Jahr später noch übertreffen konnte. Schon der Titel des Thrillers „Ich vermisse dich“ klingt ganz nach der Handschaft des US-Autors, und das Buch kann halten, was das Cover verspricht. Mit seiner Heldin Kat Donovan ist es ihm ein weiteres Mal gelungen, eine Figur zu etablieren, die dem Leser seltsam nah und vertraut ist, und der er in jegliche Abgründe folgen würde. In „Ich vermisse dich“ hat er praktisch keine andere Wahl – so stark ist die Sogwirkung, die der Coben-Thriller aus dem Jahr 2015 entfaltet.  

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