Reinaldo Coddou

Wenn es jemand vermag, den brasilianischen Fußball in Bildern einzufangen, dann ist es der Brasilianer Reinaldo Coddou (Jahrgang 1971), Mitbegründer des deutschen Fußballmagazins „11 Freunde – Magazin für Fußballkultur“. Der Fotograf, der in Bielefeld aufgewachsen ist und dort auch studiert hat, lebt heute abwechselnd in Berlin und Buenos Aires und hat sich als Stadionfotograf einen Namen gemacht. Auf seiner Website fussballtempel.de zeigt er die schönsten Aufnahmen, die er mit den Mitteln der Panoramafotografie in Stadien in aller Welt gemacht hat. Die Panoramafotografie war bereits zum Ende seines Studiums an der FH Bielefeld (Foto-/Film-Design) zum Schwerpunkt von Reinaldo Coddou geworden. Gekoppelt mit seiner Leidenschaft für Fußball entstand so ein Projekt, das Fußballfans begeistert. Dafür steht Coddou in der Regel in der Fankurve der Heimmannschaft und fotografiert mit einer eigenen Technik mit einem Panorama-Blick von rund 120 Grad. Gegenüber der FAZ erklärte er: „Der Betrachter soll bei meinen Bildern das Gefühl haben, dass er im Stadion steht. Ich stehe ja grundsätzlich in der Kurve der Heimmannschaft. Und da ich meist bei einem Spiel von größerer Bedeutung war, ist eine atmosphärische Dichte da. Die Wunschvorstellung ist natürlich, dass ich dem Fan in der Kurve mit dem Bild die Möglichkeit bieten will, sich an den Moment erinnern zu können, in dem das Bild entstand.“ Acht Jahre lang arbeitete Coddou als Bildredakteur und Fotograf für „11 Freunde“, bevor er sich als Fotograf selbstständig machte und das Buch „Fußballtempel“ veröffentlichte. Für den Brasilianer lag es dann mehr als nah, sich mit dem Thema Fußball-WM 2014 in seiner Heimat zuzuwenden und hier alles zusammenzutragen, was die Leidenschaft für den Sport zum Ausdruck bringt. Sein Bildband „O Jogo Bonito“, der im WM-Jahr 2014 erschien, ist eine Liebeserklärung an den Fußball als Ganzes und den brasilianischen Fußball im Besonderen – und auch eine Liebeserklärung an die Nation, die den Fußball perfektioniert hat. Das titelgebende „Jogo Bonito“ ist der Name, den die Brasilianer dem legendären verspielten Spielstil gegeben haben, mit dem sie Fußballfelder in aller Welt dominierten und ganze fünf WM-Titel errangen. Zugleich ist es Reinaldo Coddou sehr hoch anzurechnen, dass er auch die Schattenseiten des Fußballs in seiner Heimat beleuchtet hat und weder Armut noch Ausbeutung oder Korruption ausklammerte, als er an „O Jogo Bonito: Brasilien – eine fußballverrückte Nation“ arbeitete. All das macht seinen Bildband mit 240 Seiten und fast ebenso vielen Fotos zu einem der besten Fußballbücher zur WM 2014 in Brasilien.

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