Honoré de Balzac

Honoré de Balzac (1799 - 1850) war ein großer französischer Schriftsteller, der auf einer Stufe mit Molière und Victor Hugo genannt wird. De Balzac gilt als Vertreter der französischen Romantik und hat einige bedeutende Werke zum Kanon der Literaturklassiker beigetragen, darunter „Vater Goriot“. Nach der Schulzeit, die de Balzac in Paris verbrachte, wo der Vater einen guten Posten innehatte, nahm er ein Jurastudium an der Juristischen Hochschule (École de Droit) auf und besuchte zusätzlich Vorlesungen an der Pariser Philosophisch-philologischen Fakultät. Kurz vor dem eigentlichen Studienabschluss entschloss sich Honoré de Balzac, sein Studium abzubrechen und Schriftsteller zu werden. In den ersten Jahren seiner schriftstellerischen Tätigkeit schrieb de Balzac mit dem erfahreneren Autor Auguste Lepoitevin unter dem Pseudonym Viellerglé einige Romane. Auch unter dem Pseudonym Lord R'Hoone und Horace de Saint-Aubin veröffentlichte er in dieser Zeit einige eigene Werke. Er versuchte sich anschließend in der Dramatik und in der Lyrik, kehrte dann aber zum Roman zurück, ohne, dass ihm der Durchbruch gelingen wollte. Erst 1829 gelang Honoré de Balzac mit „Le dernier Chouan, ou La Bretagne en 1800“ ein Erfolg. Es war das erste Werk, das er mit seinem eigenen Namen unterschrieb und das ihm einen Ruf als Schriftsteller einbrachte. Er war danach auch politisch aktiv und veröffentlichte einige Romane und Erzählungen als Fortsetzungen in Zeitschriften. 1834 begann er die Arbeit an seinem wohl besten und bekanntesten Roman: „Vater Goriot“. Hier ließ er erstmals Figuren seiner vorangegangenen Werke wieder auftauchen und schuf so einen 2000 Figuren umfassenden Kosmos, der die nachrevolutionäre französische Gesellschaft abbilden sollte. In den folgenden Jahren schrieb Honoré de Balzac wie besessen und schuf so den Romanzyklus „Die menschliche Komödie“, der 91 Titel umfasste, aber unvollendet blieb. Ursprünglich war der Zyklus nämlich auf 137 Romane angesetzt gewesen. Literaturkritiker bemängeln vielfach den Schreibstil, dem diese Eile deutlich anzumerken ist, als zu formlos und unseriös. Gesundheitliche Probleme – auch in Folge seines sprichwörtlichen Kaffeekonsums – sorgten dafür, dass Honoré de Balzacs  Produktivität Mitte der 1840er Jahre nachließ. Im August 1850 starb de Balzac in Paris. Victor Hugo hielt damals die Trauerrede, als der große Schriftsteller auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt wurde.

DuMont Reiseverlag, Reiseführer, DuMont Reise, Kunst-Reiseführer

Top-Thema

Die eigene Wahrheit des Realismus in der Literatur

Realismus in der Literatur, das heißt nicht, die Wahrheit mit wissenschaftlicher Präzision wiedergeben, sondern eine eigene Wahrheit schaffen. Darauf verstand man sich Mitte des 19. Jahrhunderts genauso gut wie heute.

Realismus in der Literatur heißt, die Realität subjektiv betrachten.

Top-Thema

Mit Literaturepochen die Welt verstehen

Wenn in der Schule die verschiedenen Literaturepochen durchgesprochen werden, fragt man sich, warum man das alles überhaupt wissen soll. Doch Literaturepochen verraten uns viel über die Vergangenheit – und über die Gegenwart.

Erfahren Sie, was wir aus den Literaturepochen lernen können.