Alfred Döblin

Alfred Bruno Döblin (1878 – 1957) war ein deutscher Arzt, der sich als gesellschaftskritischer Schriftsteller hervorgetan hat. Döblin entstammte einer bürgerlichen jüdischen Familie und lebte seit 1888 mit seiner Mutter in Berlin, einer Stadt, die ihn mit ihrem Großstadtflair und ihrem technischen Fortschritt begeisterte. Hier studierte er Medizin und promovierte, bevor er 1905 nach Regensburg ging, um dort als Nervenarzt zu arbeiten. Es folgten Anstellungen in Freiburg und Berlin. 1910 begann er auch, sich publizistisch zu betätigen: Er arbeitete an der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“ mit, die Herwarth Waldens gerade erst gegründet hatte. Als einer der ersten Schriftsteller nutzte er auch das Radio als Medium. Während Döblin im Ersten Weltkrieg als Militärarzt tätig war, schrieb er bereits an seinem Wallenstein-Roman, der 1920 veröffentlicht wurde. Bis 1933 lebte Döblin in Berlin und veröffentlichte zahlreiche Artikel, die zusammen ein detailliertes Panorama Berlins zur Zeit der Weimarer Republik zeichnen. Sie machten ihn zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Neuen Sachlichkeit in der Literatur. Einige dieser Studien fanden später auch Eingang in den Roman „Berlin Alexanderplatz“. 1933 floh Döblin, der sich zur „Gruppe 1925“ linksgerichteter Schriftsteller zählte, zunächst nach Zürich, dann nach Paris, Lissabon und schließlich Hollywood. Hier arbeitete er an Drehbüchern mit, bevor er 1945 nach Europa zurück kehrte. Hier war er Mitbegründer der Literaturklasse der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und bald auch Mittelpunkt einer Gruppe junger Schriftsteller der Nachkriegsliteratur, zu der auch Günther Grass gehörte. 1957 starb Alfred Döblin während eines Kuraufenthalts an Parkinson.

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