Anke Domscheit-Berg

Anke Domscheit-Berg engagiert sich für Frauen in Führungspositionen und mehr Transparenz. © Kay BlaschkeAnke Domscheit-Berg (Jahrgang 1968) hat sich als Verfechterin für die Gleichberechtigung von Frauen – auch und vor allem in der Wirtschaft – einen Namen gemacht. Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung sind wichtige Begriffe im Leben von Anke Domscheit-Berg, die mit dem deutschen Informatiker und Netzaktivisten Daniel Domscheit-Berg verheiratet ist, der zwischen 2009 und 2010 ein Jahr für WikiLeaks in Berlin arbeitete. Anschließend berichtete er darüber in seinem Buch „Inside WikiLeaks“. Für Anke Domscheit-Berg gehören all diese Themen zusammen: Als Netzaktivistin setzt sie sich für mehr Transparenz und Mitbestimmung ein und kämpft dafür, dass das Internet ein Ort ist, an dem Informationen allen Menschen zugänglich gemacht werden können. Diese Transparenz sei Voraussetzung dafür, dass Politik und Bürger auf Augenhöhe miteinander agieren können. Doch Domscheit-Berg weiß auch, dass Macht nicht freiwillig geteilt wird. Als Kandidatin der Piraten-Partei für die Europawahl 2014 ist Anke Domscheit-Berg davon überzeugt, dass derzeit „eine Menge Entscheidungen, die von Politikern getroffen werden, am Lebensalltag und den Erfahrungen der Menschen vorbei gehen“, wie sie im Interview mit „Telepolis“ auf Heise Online erklärte. Das größte Problem sei der klassische Lobbyismus, der, obwohl er schon lange bekannt sei, noch immer weiter bestehen bleibe. „Deshalb denken viele Leute, es ergebe keinen Sinn, dagegen zu kämpfen. Ein Teufelskreis. Wenn alle still halten, ändert sich nichts, Macht wird nämlich nicht freiwillig geteilt, sondern wir müssen uns einmischen, um ein Stück davon zu bekommen.“ Gegen solche und andere Grenzen – Mauern, wie sie sie nennt, die schon als Jugendliche das Gefühl des Eingesperrt seins in der DDR nicht ertragen konnte – kämpft Anke Domscheit-Berg heute. Unter anderem mit ihrem Buch „Mauern einreißen! Weil ich glaube, dass wir die Welt verändern können“. Es ist, wie wir finden, „eine literarische Entfesselung“ demokratischer Kraft und ein Manifest für mehr Wagemut. Denn vieles ist möglich, wenn man sich von vermeintlichen Mauern nicht aufhalten lässt. Als die Berliner Mauer 1989 eingerissen wurde, zeigte es, dass sich das Volk gegen die Obrigkeit der DDR zu wehren verstand. Und als Anke Domscheit-Berg Karriere bei Microsoft machte und sich später mit ihrem Netzwerk Fempower selbstständig machte, zeigte sie, dass es für Frauen doch möglich ist, die „gläsernen Decken“ zu durchstoßen, an die Frauen auf der Karriereleiter nach wie vor stoßen. Fempower soll Managerinnen und Vorstände dabei unterstützen, diese „gläsernen Decken“ zu durchbrechen und unsichtbare Hindernisse für Frauen auf dem Weg in Führungspositionen aus dem Weg zu räumen. Ihr zweites Projekt, opengov, berät Verwaltungen und Politik darin, offener, transparenter und partizipativer zu werden. Als Mitbegründerin von „Government 2.0 Netzwerk Deutschland“ setzt sie sich für das sogenannte Open Government ein, also für die Öffnung von Regierung und Verwaltung dem Bürger gegenüber. Dabei setzt Domscheit-Berg verstärkt auf die Technologien des Web 2.0, auf Open Government Data, also öffentlich einsehbare Datenbestände der öffentlichen Verwaltung, und Netzdialoge zwischen Politikern und Bürgern. So, das sagt schon der Untertitel ihres Buches, glaubt Anke Domscheit-Berg, die Welt verändern zu können.

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