Martin Dreyer

Martin Dreyer verbreitet die Botschaft der Bibel mit unkonventionellen Methoden. Martin Dreyer (Jahrgang 1965) ist alles andere als ein klassischer Theologe: Der Gründer der „Jesus Freaks“ erinnert mit seinem Tattoo auf dem Arm und seiner legeren Kleidung eher an einen US-amerikanischen Baskettball-Profi. Doch so hat Martin Dreyer etwas geschafft, was den meisten seiner Kollegen niemals gelingen wird: Er erreicht die junge Zielgruppe. Sein christlicher Jugendverein „Jesus Freaks“ erfreut sich eines großen Zuwachses junger Menschen – und das in einer Zeit, in der Religion für Jugendliche weitgehend an Bedeutung verloren hat. Dreyer versteht es, die Bibel in die heutige Zeit zu übertragen – und das im wörtlichen Sinne, denn mit der „Volxbibel“ hat er das erste Bibelprojekt mit Open Source-Charakter geschaffen. Martin Dreyer studierte in Hamburg Biologie und Religion auf Lehramt, brach das Studium aber ab, um sich stattdessen zum Pastoren ausbilden und direkt mit Jugendlichen arbeiten zu können. Nach seiner Ordination als Pastor 1995 ließ sich Martin Dreyer zum therapeutischen Berater im Drogen- und Suchtbereich weiterbilden. In seiner Biographie „Jesus Freak – Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche“ blickt er auf seine eigene Zeit als Junkie zurück, auf seine Überdosis, den Zusammenbruch und die langwierige Rehabilitation. Das wollte er anderen jungen Menschen mit seiner Arbeit ersparen. Zuvor war Martin Dreyer bereits Missionar bei der Jugendorganisation „Youth with a Mission“ in Amsterdam gewesen und hatte schon 1992 seinen christlichen Jugendverein „Jesus Freaks“ gegründet. Dreyer ist fest davon überzeugt, dass die „Auseinandersetzung mit Jesus“ auch mehr als 2.000 Jahre nach Christi Geburt noch einen Wert für junge Menschen haben kann. Das Ziel der „Jesus Freaks“ sei es deshalb, ihnen eine Möglichkeit zu bieten, eine persönliche Beziehung zu Gott aufzubauen. Dreyer geht es darum, „ Menschen für Jesus zu gewinnen“. Dafür bedient er sich Elementen der Jugendkultur. Als Inspiration diente ihm die in den 1960er und 1970er Jahren in den USA entstandene Jesus-People-Bewegung, die ihre Wurzeln in der Hippie-Kultur hat. Von den Volkskirchen werden Martin Dreyers „Jesus Freaks“ wohlwollend zur Kenntnis genommen und vielfach als wertvolle Impulsgeber in der Jugendarbeit geschätzt. 1994 wurde er dafür zum „Christen des Jahres“ gewählt. 2005 ging Dreyer dann sogar noch einen Schritt weiter: Seine „Volxbibel“ ist eine freie Übersetzung der Bibel in eine zeitgemäße, verständliche und unreligiöse Sprache, die für Jung und Alt verständlich ist. Damit steht Martin Dreyer im Geiste mit Martin Luther, der schon im 15. Jahrhundert erkannte, dass es wichtig sei, dass die Menschen die Bibel selbst lesen könnten, anstatt lateinische Vorträge daraus zu hören. So wie Luther einst hat auch Martin Dreyer „dem Volk aufs Maul“ geschaut. Doch „Die Volxbibel“ ist nicht das Werk eines einzelnen Mannes: Sie wurde auf einer Wikiplattform von angemeldeten Usern entwickelt und greift damit die zeitgemäße Idee des kollektiven Schwarmwissens auf. Damit hat Martin Dreyer etwas geschafft, was niemand für möglich gehalten hätte: Die Bibel schaffte es 2006 unter die Top 20 auf der deutschen Deutschen Bestsellerliste. So viel Engagement wurde noch im gleichen Jahr mit dem „Award für Initiative und Vision“ geehrt.  Mit „God around the Clock“ unternahm Martin Dreyer 2014 dann einen weiteren Versuch, die Bibel in den Alltag zu übertragen. Die 24-Stunden-Bibel gibt unter Verwendung der Texte der „Volxbibel“ 24 biblische Denkanstöße. Dabei ist jeder Uhrzeit ein tageszeittypisches Thema zugeordnet, sodass sich Dreyer systematisch durch die Bereiche Hoffnungen, Süchte und Sehnsüchte, Freundschaft, Liebe und Sex arbeitet. Zur Sprache kommen unter anderem der Umgang mit der Zeit, die Themen Ernährung und Abhängigkeiten, Ruhepausen, Beziehungen, Feiern, Müll im Alltag und Müll im Leben. Schon der an den Rock’n’Roll-Titel „Rock around the Clock“ von Bill Haley lässt erahnen, dass es dabei wieder sehr unkonventionell zugeht, doch Martin Dreyer hat bereits bewiesen, dass dieses Konzept aufgeht.

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