Kevin Dutton

Kevin Dutton entspricht nicht zwangsläufig dem Bild, das man von einem promovierten Psychologen und Professor am Calleva Research Centre for Evolution and Human Science der Universität Oxford vor Augen hat. Auch ein Mitglied der Royal Society of Medicine und der Society for the Scientific Study of Psychopathy würde man sich womöglich ein bisschen anders vorstellen. Seine Autorenfotos mit Sonnenbrille und Fleischermesser wirken im ersten Moment als bewerbe Dutton damit einen Splatter-Roman und kein wissenschaftliches Sachbuch. Dennoch gilt Kevin Dutton als einer der führenden Experten für Psychopathie und hat 2015 ein Buch veröffentlicht, das verständlich und anschaulich erklärt, was an Psychopathen so faszinierend ist und warum sie über Talente verfügen, die jeder brauchen könnte.

Zwar sagt Dutton, es liege ihm fern, kriminelle Psychopathen zu glorifizieren, aber neben der Skrupellosigkeit sei ihnen häufig auch ein besonderer Charme zu Eigen. Darüber hinaus verfügten sie über eine mangelnde Emotionalität, die im passenden Kontext und in der richtigen Ausprägung einen Menschen für Erfolg prädisponieren können, so Kevin Dutton im Interview mit der WELT. „Psychopathen sind durchsetzungsfähig, sie zaudern nicht, sie konzentrieren sich auf das Positive, sie machen sich nicht fertig, wenn Dinge falsch laufen, und sie bleiben unter Druck cool. Diese Dinge sind extrem hilfreich für jeden von uns, ob in der Liebesbeziehung oder im Büro.“ Intelligenz und die Fähigkeit, die eigenen Aktionen zu kontrollieren würden dann darüber entscheiden, ob jemand in der Chefetage oder im Gefängnis landen würde. Basis für diese Erkenntnisse waren Duttons Arbeiten am Department of Experimental Psychology der University of Oxford.

2010 veröffentlichte Kevin Dutton sein erstes Buch: „Flipnosis – The Art of Split Second Persusasions“. Es wurde in mehr als 18 Sprachen übersetzt und ist in Deutschland unter dem Titel „Gehirnflüsterer: Die Fähigkeit, andere zu beeinflussen“ erhältlich. Darin machte sich Dutton auf die Suche nach der DNA der Überzeugung. Sein zweites Buch erschien 2012 und wurde in Deutschland unter dem Titel „Psychopathen: Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann“ veröffentlicht. Schon allein der Titel zeigt, dass Dutton nicht vor Provokationen zurückschreckt und erklärt zugleich die ungewöhnliche Verkleidung auf seinen Autorenfotos. Erklärtes Ziel des Buches ist es, so Kevin Dutton, die positive Seite des Psychopathen-Daseins zu ergründen. Mutiges Experiment: In seinem Buch wagt Dutton auch den Selbstversuch und erfährt so am eigenen Leib, wie es ist, ein Psychopath zu sein und deren Stärken für sich zu nutzen.

Dennoch glaubt er, dass Psychopathen eine verschwindend kleine Minderheit in der Menschheit ausmachen, die jedoch große Wirkung erzielen können. Zu allen Zeiten gab und brauchte es „furchtlose, risikobereite Leute, James-Bond-Typen“, so Kevin Dutton. „Aber eine Gesellschaft voller Psychopathen würde nicht überleben. Es wäre ein Desaster und eine Unmöglichkeit.“

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