Gavin Extence

Gavin Extence ist mit seinem Debüt-Roman ein Bestseller gelungen. © Alix ExtenceGavin Extence (Jahrgang 1982) wollte schon immer Schriftsteller werden. Dafür studierte er Englische Literatur und Filmwissenschaften in Sheffield, brauchte aber einen großen Anstoß, um sich letztendlich hinzusetzen und seinen grandiosen Debüt-Roman zu schreiben: die Wirtschaftskrise. Denn es war Gavin Extence gänzlich unmöglich, eine Festanstellung zu bekommen. Anstatt sich also weiter mit Bewerbungen abzumühen, steckte Extence seine gesamte Energie in das Schreiben. Das Wagnis ging auf: „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ wurde auf Anhieb ein Bestseller. Das liegt sicher zum einen am spektakulären Anfang des Romans – ein Meteorit stürzt in ein Haus im englischen Glastonbury und trifft einen kleinen Jungen am Kopf, der den Zusammenprall wie durch ein Wunder überlebt – zum anderen aber vermutlich auch an der sympathischen Figur des Alex Woods, der daraufhin natürlich kein gewöhnlicher Junge mehr ist. Die Grundidee schuldet Gavin Extence seiner Liebe zur Astronomie, die er mit Alex Woods teilt. In einem Wissenschaftsmagazin las er über Meteoriten und fragte sich dann, ob schon mal ein Mensch von einem getroffen worden sei. Seine Nachforschungen ergaben, dass das tatsächlich schon ein Mal passiert sein muss. Alex Woods war geboren. Für den weiteren Verlauf der Geschichte waren der Schriftsteller Kurt Vonnegut, den Gavin Extence sehr bewundert, und der Großvater des Autors von größter Bedeutung. Ersterer brachte ihm bei, wie man über düstere, ernste Themen lustig schreibt. Das düstere, ernste Thema des Buches ist Sterbehilfe und assistierter Suizid. So arglos und unterhaltsam der Roman beginnt, so bedeutungsschwanger und tiefgründig endet er also. Entgegen dem, was der Untertitel „Oder warum das Universum keinen Plan hat“ vermuten lässt, gibt es natürlich hinter allem einen großen Plan. Ob es dabei das Universum selbst ist oder Gavin Extence, die den Plan umsetzen, ist eine andere Frage.

Weitere Autoren, von denen sich Extence inspirieren lässt, sind John Irving, Haruki Murakami und David Mitchell. Er selbst passt hervorragend in das Bild des Schriftstellers, der alles für die Kunst opfert und bis an seine Grenzen geht, um ein Buch fertigzustellen. „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ schrieb Extence mit der Fellmütze auf dem Kopf und in eine dicke Decke eingehüllt, weil er es sich nicht leisten konnte, die Zentralheizung einzuschalten. Diese Probleme sollte Gavin Extence nun nicht mehr haben. „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist ein weltweiter Bestseller und das zweite Buch ist schon in Arbeit. Darin geht es um ein Mädchen, dessen Leben aus den Fugen gerät, als es den toten Körper seines Nachbarn entdeckt. Extence genießt es, von zu Hause aus zu arbeiten, wo er viel Zeit für seine kleine Tochter hat. „Ich kann zu Hause sein und verpasse ihre ersten Worte und Schritte nicht. Darüber hinaus macht es mir Spaß, jeden Tag zu kochen. Und wenn ich ein bisschen Zeit für mich selbst habe, lese ich oder höre Musik. Ich jogge und schwimme auch gerne, wenn ich die Zeit dafür finde.“ Was man sonst noch über Gavin Extence wissen sollte? Dass sein Ehering aus einem Meteoriten gefertigt wurde vielleicht.

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