Hans Fallada

Hans Fallada ist einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller © Aufbau VerlagHans Fallada (Jahrgang 1893) ist einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Neuen Sachlichkeit in der Literatur. Fallada, der mit bürgerlichem Namen Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen hieß, stammte aus gutbürgerlichen Verhältnissen, wuchs in Leipzig und später in Berlin auf. Er war ein Außenseiter, der schon mit 18 Jahren erstmals einen Selbstmordversuch wagte. Er überlebte jedoch und kam in eine psychiatrische Klinik. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete Hans Fallada sich als Freiwilliger, wurde jedoch als untauglich abgewiesen. Stattdessen ließ er seine Alkoholsucht in diversen Entzugsanstalten und Privatsanatorien behandeln. Er hielt sich anschließend mit Gelegenheitsjobs über Wasser und geriet immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz.

In den 1930er Jahren begann Hans Fallada zu schreiben. Schon sein Roman „Bauern, Bonzen und Bomben“ (1931) fand Anklang. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit „Kleiner Mann – was nun?“. Jedoch schwebte Fallada während des Dritten Reiches nicht nur ständig in Gefahr, ein Publikationsverbot zu erhalten, auch die Probleme mit den Drogen wurde er nicht los. 1944 saß er vorübergehend wegen versuchten Totschlags im Gefängnis. Hier entstand „Der Trinker“. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hans Fallada in Berlin für die Tägliche Rundschau und schrieb weiterhin Romane. 1947 starb Hans Fallada an Herzversagen. Zu seinen wichtigsten Werken zählt der Roman „Jeder stirbt für sich allein“, der im Jahr seines Todes erschien und sich mit dem Schicksal eines Ehepaars auseinandersetzt, das im Dritten Reich Widerstand geleistet hatte. Wie so viele seiner Romane wurde auch dieser 1975 mit Hildegard Knef verfilmt. Hier können Sie die DVD zum Film bestellen. Für Hellmuth Karasek war "Jeder stirbt für sich allein" der "große Roman der Wirtschaftskrise der kleinen Leute in Berlin zur Zeit des Börsenkrachs."

2016 erschien unter großer internationaler Aufmerksamkeit erstmals die Urfassung von "Kleiner Mann - was nun?", ohne die bei der Erstausgabe vorgenommenen Kürzungen. Diese erste Orginalausgabe von Falladas Bestseller, die im Fallada-Archiv gefunden wurde, schaffte Ende Juli 2016 den Sprung in die Spiegel-Bestseller-Liste. Die Originalausgabe ist hundert Seiten länger und wie der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel sagt "deutlich reicher" und bietet ein "viel authentischeres Bild der End-20er".

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