Joachim Fest

Joachim Fest (1926 – 2006) war ein deutscher Historiker, Herausgeber und Buchautor, dessen Hitler-Biographie 1973 für großes Aufsehen sorgte. Fest wurde in Berlin-Karlshorst geboren, dem Ort, an dem Deutschland 1945 die Kapitulation unterschrieb, und wuchs als Sohn eines Mittelschulrektors und Politikers auf. 1933 wurde sein Vater – von Fest als Bildungsbürger, Preuße, Katholik und demokratischer Verfassungspatriot beschrieben – von den Nationalsozialisten aus seinem politischen Amt enthoben, weil er sich weigerte, der NSDAP beizutreten. Joachim Fest selbst geriet in Konflikt mit den Nazis, als er im Schulunterricht eine Hitler-Karrikatur in die Bank ritzte. Daraufhin verließ er 1941 freiwillig die Schule in Berlin und wurde mit 15 Jahren zum NS-Arbeitsdienst eingezogen. Als Flakhelfer wurde Joachim Fest kurz darauf in Friedrichshafen stationiert und 1944/45 an den Niederrhein versetzt. Hier geriet er am 9. März 1945 in zweijährige amerikanische Kriegsgefangenschaft in Frankreich. Nach seiner Entlassung holte Joachim Fest in Freiburg das Abitur nach und studierte Jura. Von Anfang an jedoch stand sein Plan fest, im Verlagswesen arbeiten zu wollen. Er schloss also ein Studium in Geschichte, Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg/Br., Frankfurt am Main und Berlin an. In Berlin arbeitete Fest als Doktorand für RIAS Berlin und entschied sich dann gegen seine Dissertation, um fest als Autor dort arbeiten zu können. Was er bis dahin über die Parteigrößen der NSDAP geschrieben hatte, verarbeitete er später zu seinem Buch „Das Gesicht des Dritten Reiches“, das ihm die Aufmerksamkeit amerikanischer Verleger einbrachte, die mit einer Hitler-Biographie beauftragten. „Hitler – Eine Biographie“ gilt bis heute als Standardwerk zum Thema, auch wenn es nicht vollkommen unumstritten ist. Sie wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und brachte Joachim Fest große Anerkennung ein. Es folgten mehrere themenverwandte Werke, doch keines konnte es mit der Hitler-Biographie aufnehmen, das bis heute als Fests opus magnum gilt. Von 1973 bis 1993 arbeitete Joachim Fest als Mitherausgeber der FAZ und leitete das Feuilleton. In seinen Kolumnen machte er immer wieder auf radikale Strömungen und beunruhigende Entwicklungen in der Gesellschaft aufmerksam. 2002 veröffentlichte Fest das Buch „Der Untergang. Hitler und das Ende des Dritten Reiches“, das zur Vorlage für den gleichnamigen Film mit Bruno Ganz wurde. Kurz nach Fests Tod 2006 erschienen seine Memoiren unter dem Titel „Ich nicht – Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend“.  Bis heute zählt er zu den angesehensten und umstrittensten deutschen Historikern seiner Zeit und wird immer wieder als Experte herangezogen und zitiert.

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