Jürgen Fliege

Jürgen Fliege ist Deutschlands bekanntester Pfarrer. (c) Jürgen FliegeJürgen Fliege (Jahrgang 1947) ist wahrlich kein gewöhnlicher Pfarrer: In zweiter Ehe verheiratet, mit sechs Kindern gesegnet und ein aktiver Verfechter weiter religiöser Toleranz ist Deutschlands bekanntester Pfarrer, unter anderem berühmt für seine Talkshow „Jürgen Fliege“, ganz sicher eine Ausnahme in seinem Metier. Deutlich spricht sich Fliege für einen erfahrbaren liebenden und heilenden Gott aus, die Dogmen der Institution Kirche lehnt er hingegen strikt ab. Religion muss etwas sein, was im Leben geschieht, und nicht etwas Künstliches, das dem Leben aufgedrückt wird. Immer wieder kritisiert Jürgen Fliege offen die Kirche, die seiner Ansicht nach „weder Sprache, Erfahrungen noch Zeremonien liefert, um ihren resignierten Mitgliedern Lieben, Leiden und Beten zu lehren.“ Davon können ihn weder Disziplinarverfahren noch öffentliche Kritik abhalten.

So stand er beispielsweise 2011 unter dem Verdacht, er habe seine Amtspflichten verletzt, weil er als Pfarrer im Ruhestand keine seinem Amt angemessene Lebensführung pflege. Er habe damals zum Beispiel einem Brautpaar gegenüber angedeutet, eine kirchliche Trauung sei auch ohne jede Bindung der Eheleute an die Kirche möglich. Darüber hinaus sorgte Jürgen Fliege immer wieder mit Veröffentlichungen über pseudo- und parawissenschaftliche Heilverfahren und seine Appelle für mehr Toleranz gegenüber Scientology und deren Geschäftspraktiken für Aufsehen. Während ihm zum Beispiel die ehemalige Sektenbeauftragte des Landes Hamburg, Ursula Caberta, vorwarf, „Esoterik-Scharlatane und deren Methoden und Produkte hoffähig“ zu machen und ihnen einen Anstrich von Seriosität zu verleihen, verteidigt sich Jürgen Fliege mit der Aussage, diese Praktiken basierten auf uralten, christlicher Heilmethoden und seien aus diesem Grunde legitim.

Das alles ist für Jürgen Fliege aber nur Randgeschehen: Das Helfen und die Arbeit am Menschen empfindet er als seine wahre Berufung. Für sein umfassendes bürgerschaftliches Engagement, u. a. mit seiner „mildtätigen Stiftung Fliege“, erhielt er 2009 das Bundesverdienstkreuz. Fliege ist außerdem Schirmherr der Deutschen Alzheimergesellschaft und in der Flüchtlingshilfe aktiv. Seine seelsorgerische Tätigkeit geht aber noch weiter: In seiner eigenen Zeitschrift „Fliege“ entwirft er Gedanken und Konzepte zum Thema Seelsorge; in Büchern, Artikeln und auf Kongressen spricht Jürgen Fliege über seine Vision von einem erneuerten spirituellen Leben, das kein Lebensthema ängstlich ausklammert. In den vergangenen 20 Jahren erschienen zahlreiche Bücher, darunter „Die Ordnung des Lebens: Die Zehn Gebote“, "Sanfte Medizin bei Fliege ", „Heiler in Gottes Auftrag: Mein Leben und Wirken als Geistheiler“, "Theresias Öl: Das geheimnisvolle Öl aus den Tiroler Bergen", und „Ach, steh noch einmal auf, du toter Gott! Wege zum Vater“.

Bekannt wurde Jürgen Fliege in den 1990er Jahren mit seiner nach ihm benannten Talkshow, die mehr als 10 Jahre lang im Ersten ausgestrahlt wurde. Dort sprach Fliege mit Ärzten, Naturheilkundigen und Lebensberatern über die Probleme, Schicksale und Nöte seiner Studiogäste, erteilte Ratschläge und versuchte Lösungen zu entwickeln. Nachdem die Sendung 2005 eingestellt worden war, war Fliege noch eine Zeitlang im Bayerischen Fernsehen zu sehen und moderierte 2006 die fünfstündige Sendung „Flieges Welt“ auf Help TV. 2008 wurde auch dieses Format eingestellt. Seitdem ist er immer wieder auf verschiedenen Regional- und Kabelsendern zu sehen und bietet Livestreams und Abrufvideos im Internet an. Auf seiner Website fliege.de kann man sich die jeweils aktuelle Sendung seiner Talkshow anschauen. 2015 erschien sein Buch „Männer wachsen im Garten“, in dem er die Entwicklungslinien der Männer (45+) nachvollzieht.

Es ist jene Zeit, in der „die großen Schlachten“ hinter ihnen liegen und die Herren der Schöpfung eine neue Beziehung zur Natur entwickeln. In der Natur, mit ihrer Schönheit und Ordnung, kommt der Mann zur Ruhe, schreibt Jürgen Fliege. Sein Glück findet der reife Mann im Garten – und Fliege hilft ihm dabei, diese neue Lebensphase zu verstehen.

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