Karin Fossum

Karin Fossum gehört zu den besten norwegischen Krimiautoren. © Peter von FelbertKarin Fossum (Jahrgang 1954) spielt in der vordersten Liga der norwegischen Krimis. Das verdankt sie vor allem ihren atmosphärisch dichten Romanen, ihren genauen Charakterstudien, ihrem Gespür für Unterschwelliges und Verborgenes, und dem Kontrast zwischen Idylle und Grauen, den sie sich sehr gezielt zunutze macht. Fossums Romane rund um Kommissar Konrad Sejer sind aus den Reihen norwegischer Krimis nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie sich von Anne Holt und Jo Nesbø deutlich dadurch unterscheidet, dass sie das Grauen langsam durch die Hintertür kommen lässt, während Nesbø und Holt eher gradlinig erscheinen. Karin Fossums Romane erinnern an eine dunkle Gewitterwolke, die sich langsam und bedrohlich nähert, bevor sie mit lautem Krachen zuschlägt. Das war jedoch nicht immer so. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann die Norwegerin mit Gedichten und Erzählungen. Nachdem sie Mitte und Ende der 1970er Jahre zwei schmale Sammelbände veröffentlicht hatte, zog sich Karin Fossum jedoch für ganze 14 Jahre aus dem schreibenden Geschäft zurück, bevor sie wieder einen Versuch wagte. 1995 erschien dann „Evas Auge“, der erste Krimi von Karin Fossum. Seither hat sie mit „Fremde Blicke“, „Wer hat Angst vorm bösen Wolf“, „Schwarze Sekunden“, „Wer anders liebt“ und vielen anderen Romanen ihre Spuren im Genre der norwegischen Krimis hinterlassen. Was ihre Leser besonders lieben, ist, dass sich Fossum nicht auf eine klassische Krimihandlung beschränkt. Vielmehr verfolgt sie die persönliche Entwicklung ihrer Charaktere mit beinahe chirurgischer Präzision und lässt daraus eine zweite Spannung entstehen, die die Bücher ungemein bereichert. „Dunkler Schlaf“ ist wohl das beste Beispiel für diese unterschwellige und doch überwältigende Spannung. Es steht zu vermuten, dass Fossum diese Fähigkeit ihrer Tätigkeit als Krankenschwester in der Psychiatrie verdankt. Doch das allein zeichnet die Werke von Karin Fossum noch nicht aus. Deutlich merkt man der Autorin ihre hohen literarischen Ambitionen an. Das verleiht den Büchern ein für das Genre ungewöhnlich hohes literarisches Niveau, für das sie bereits mit mehreren angesehenen Preisen ausgezeichnet wurden. Dazu gehört der Norwegische Buchhändlerpreis (1997) für „Wer hat Angst vorm bösen Wolf“ ebenso, wie der Finnische Krimipreis (2000) für die Reihe rund um Kommissar Sejer und der Schwedische Krimipreis (2002) für „Schwarze Sekunden“. Karin Fossum betrachtet sich deshalb auch eher als Schriftstellerin denn als Krimi-Autorin. Es ist also deshalb nicht auszuschließen, dass wir von ihr auch etwas außerhalb dieses Genres lesen werden, was aber vermutlich nicht weniger großartig sein wird.

Diese norwegischen Krimis von Karin Fossum finden Sie bei uns:

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