Tana French

In ihrer Kindheit war die amerikanischstämmige Autorin Tana French (Jahrgang 1973) ständig auf Reisen. So wuchs sie in Irland, Italien, Malawi und den USA auf. Heute lebt sie in Dublin, wo sie am Trinity College eine Schauspielerausbildung absolvierte und danach einige Zeit Mitglied der irischen „Purple Heart Theatre Company“ war. 2007 erschien ihr Debüt, der Krimi „Grabesgrün“, der sofort mehrere Preise für das beste Debüt abräumte, darunter auch den Edgar-Allan-Poe-Award. 2008 erhielt Tana French auch den Irish Book Award für den „Newcomer of the Year“.

Im selben Jahr noch erschien der zweite Kriminalroman der jungen Autorin, „Totengleich“, wiederum ein Krimi von „preisverdächtiger Qualität“, wie die Sächsische Zeitung damals schrieb. Auch mit ihrem dritten Roman „Sterbenskalt“ (2010) gelang der neuen irischen Thriller-Königin Tana French ein großer Erfolg. Besonders eindrucksvoll lotet sie darin die Abgründe der menschlichen Seele aus. 2012 stellte sie diese Fähigkeit in ihrem Roman „Schattenstill“ einmal mehr unter Beweis. So lobte der NDR: "Die Irin Tana French versteht es wie kaum eine zweite Autorin ihrer Generation, spannende Kriminalfälle mit fesselnden Psychogrammen von Opfern und Tätern zu verknüpfen und auf hohem literarischen Niveau die Abgründe der menschlichen Seele auszuloten."

Inzwischen hat sich Tana French längst einen Namen auf dem internationalen Krimi-Parkett gemacht. Harlan Coben zum Beispiel gestand: "Ich erzähle enthusiastisch jedem, der es hören will: Lies Tana French!" Stephen King lobte ihren fünften Roman „Geheimer Ort“ (2014) mit den Worten, er sei „überwältigend, furchteinflößend“ und seine Sprache glühe. Wenn das mal kein Lob vom Horror-König ist! Auch Gillian Flynn, die mit ihrem Debüt „Gone Girl“ neue Maßstäbe in Sachen Suspense setzte, nennt „Geheimer Ort“ einen „absolut hypnotisierenden Kriminalroman“. Schauplatz des Verbrechens ist das traditionsreiche Mädcheninternat St. Kilda, in dem zwei rivalisierende Mädchengruppen das Zepter an sich gerissen und eine neue Weltordnung etabliert haben.

Aus diesem an sich schon sehr vielversprechenden Setting holt Tana French auf knapp 700 Seiten alles heraus. Sie lässt uns erahnen, welches Grauen sich zusammenbraut, wenn aus Teenager-Intrigen und Mädchenrivalitäten plötzlich sehr erwachsene Verbrechen entstehen – und niemand da ist, der ihnen Einhalt gebietet. Auffällig ist, dass sich Tana French einmal mehr auf neues Territorium wagt. Genre- und Themengrenzen scheint sie nicht zu kennen. Die Frankfurter Rundschau beschreibt es so: „[Tana French] schreibt keine Fortsetzungsgeschichten, sie wechselt die Milieus, sie erlaubt weder sich noch dem Leser, sich zurückzulehnen im Umkreis vertrauter Figuren.“ Bei Tana French weiß man also nie, was sie als nächstes tun wird. Nur eines ist sicher: Sie wird es kunstvoll tun. Wie nur wenige andere Autoren beherrscht Tana French die Kunst, Erzählstränge so miteinander zu verbinden, dass sie den Leser unterwegs auf hundert Umwege führt und ihn erst ganz zum Schluss erlöst. Das ist wirklich gute Unterhaltung aus Irland!

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