Joachim Fuchsberger

Joachim Blacky Fuchsberger gilt als das Urgestein der deutschen Unterhaltungsbranche.Joachim „Blacky“ Fuchsberger (1927 - 2014) war ein deutscher Schauspieler, Entertainer und Buchautor, der vielen Fernsehzuschauern vor allem als unerschrockener Verbrecherjäger und vertrauenswürdiger Beschützer verfolgter Frauen in zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen bekannt war. Er war für viele so etwas wie der alte Herr des deutschen Unterhaltungsfilmes und konnte auch international Erfolge feiern. Joachim Fuchsberger wuchs in Heidelberg und Düsseldorf auf und musste seine Schulausbildung vorzeitig beenden, um seiner Verpflichtung beim Reichsarbeitsdienst nachzukommen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Fallschirmjäger und zum Nahkämpfer und kam an der Ostfront zum Einsatz. Nacheinander geriet Joachim Fuchsberger in sowjetische, US-amerikanische und britische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit erhielt er auch den Spitznamen „Blacky“, der ihm bis heute als Beiname anhängt. Nach dem Krieg nahm er verschiedene Jobs an, bevor Joachim Fuchsberger 1950 Hörfunksprecher beim Sender München und Sprecher bei der „Wochenschau“ wurde.

Seine Schauspielerkarriere begann er 1954 als Hauptdarsteller in dem dreiteiligen Spielfilm „08/15“, in dem Fuchsberger den schlauen Gefreiten Asch spielte. Über Nacht wurde er so einem breiten Publikum bekannt und spielte anschließend in zahlreichen Kriegsfilmen mit, wo er wieder und wieder den Uniformträger gab, und war in mehreren Heimatfilmen zu sehen, wo er als Liebhaber besetzt wurde. Seine größten Erfolge jedoch feierte Joachim Fuchsberger mit seinen Rollen in den Edgar-Wallace-Filmen „Der Frosch mit der Maske“, „Die Bande des Schreckens“, „Die toten Augen von London“, „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ und „Der Mönch mit der Peitsche“. Auch in der Edgar-Wallace-Parodie „Neues vom Wixxer“ (2007) war Fuchsberger zu sehen. Es war der erste Film seit beinahe 30 Jahren, in dem er mitspielte, nachdem er sich in den 1970er Jahren mit den Worten „Je älter ich werden, desto intoleranter werde ich“ aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte. Joachim Fuchsberger im Interview zu seinem Buch ZielgeradeSeit jener Zeit war Fuchsberger vor allem als Moderator und Theaterschauspieler zu sehen. Sein größter und langanhaltendster Erfolg im Fernsehgeschäft war die Spielshow-Reihe „Auf Los geht’s los“ in der ARD, die Joachim Fuchsberger von 1977 bis 1986 durchgehend moderierte. Die Show basierte auf der Idee des Galgenrätsels und wurde mit Showeinlagen von Stargästen aus den aktuellen Charts aufgelockert. Seit 1980 lebte Joachim Fuchsberger zeitweise im australischen Hobart und drehte 20 Filme der Reihe „Terra Australia“ über seine geliebte Wahlheimat. Erst in den letzten Jahren war er auch wieder häufiger in deutschen Fernsehfilmen zu sehen. 2007 veröffentlichte Joachim Fuchsberger sein erstes Buch, seine Memoiren, unter dem Titel „Denn erstens kommt es anders…“. 2010 folgte dann sein humorvolles Pamphlet über das Älterwerden: „Altwerden ist nichts für Feiglinge“. Drei Jahre später hätte er diese Aussage gerne revidiert. „Ich hätte sagen sollen: Altwerden ist scheiße!“, sagte er bei der Präsentation seines Buches „Zielgerade“ im Jahr 2014. Am 11. September 2014 starb Joachim Fuchsberger im Alter von 87 Jahren.

O-Ton Joachim Fuchsberger:

Diese Gabe zu denken nutzt Joachim Fuchsberger nach wie vor und bildet sich so zu den wichtigen Themen unserer Zeit seine eigene Meinung, die er auch gerne kundtut. Über Politiker, ihre Entscheidungen und unser System als Ganzes. Inzwischen jedoch betrachtet er das Geschehen vom Rande aus, sieht sich selbst als nicht mehr dazu gehörig und nutzt die Position des Außenseiters, um auf Dinge aufmerksam zu machen, die denen verborgen bleiben, die sich in der Mitte befinden.

O-Ton Joachim Fuchsberger:

Der Titel seines Buches „Zielgerade“ ist deshalb doppeldeutig zu verstehen. Zum einen meint es natürlich die Zielgerade seines Lebens. Der 87-Jährige reflektiert sein Leben, erinnert sich und gewährt Einblicke in neun spannende Jahrzehnte. Zum anderen aber hat Joachim „Blacky“ Fuchsberger das Gefühl, dass sich nicht nur seine Generation auf der Zielgerade befände.

O-Ton Joachim Fuchsberger:

All das fand Eingang in dieses Buch, das im Titel schon das Gefühl mitschwingen lässt, es könnte das letzte des großen Entertainers gewesen sein. In jedem Fall ist es sehr lesenswert – als starkes Vermächtnis eines Mannes, der sich bis heute seinen eigenen Kopf bewahrt hat. Lesen Sie mehr über Joachim Fuchsberger in seiner Autobiografie "Denn erstens kommt es anders ...: Geschichten aus meinem Leben"

 

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