Andrej Gelassimow

Andrej Gelassimow (Jahrgang 1965) ist ein russischer Schriftsteller aus dem südsibirischen Irkutsk, der als einer der wichtigsten russischen Erzähler seiner Generation gilt. Er ist der Vertreter einer neuen Autoren-Generation in Russland, dessen Ton, Blick und Form „aufregend, ungeheuer und neu sei“ (SPIEGEL). Gelassimow absolvierte ein Fremdsprachenstudium an der Universität von Jakutsk und besuchte anschließend die „Schule für Dramatische Kunst“ in Moskau. Einige Jahre arbeitete er hier als Schauspieler und Inspizient in einem erfolgreichen Ensemble und als Universitätsdozent in englischer und amerikanischer Literatur. Parallel dazu schrieb er Drehbücher für Fernsehproduzenten. Um als Schriftsteller arbeiten zu können, zog Andrej Gelassimow sich in eine kleine Stadt weit weg von Moskau zurück. Um heute Russe und Schriftsteller sein zu können, sagte Gelassimow gegenüber dem Fernsehsender Arte, habe er Abstand von der Gesellschaft nehmen müssen. Er habe „keine andere Möglichkeit gefunden, [seine] Integrität zu wahren.“ In seinen Werken fühlt Andrej Gelassimow den Missständen in seinem Land auf den Zahn. 2002 erschien sein erster Roman, „Durst“, der von den Kritikern für seinen aufregenden und neuen Ton und Blick hoch gelobt wurde. Vielen jungen russischen Schriftstellern gilt Gelassimow seither als „Vorbild einer neuen Härte, Klarheit und Eleganz“ (SPIEGEL). Der Roman thematisiert den Krieg in Tschetschenien, den sein Protagonist nur knapp überlebt hat. Was bleibt sind die „Trümmer eines ungelebten Lebens“ (SPIEGEL). Seitdem hat Gelassimow fünf weitere Bücher veröffentlicht, die bislang jedoch noch nicht ins Deutsche übersetzt worden sind.

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