Nina George

Nina George (Jahrgang 1973) ist eine Schriftstellerin mit zwei Seiten. Zwei Seiten, denen sie durch die Verwendung des Pseudonyms Anne West Ausdruck verleiht. Da ist zum einen Anne West, die kein Blatt vor den Mund nimmt und vollkommen ungeniert über Männer, Frauen, Sex und gesellschaftliche Tabuthemen schreibt. Ihre Buchtitel vermitteln einen guten Eindruck davon: „Sex für Könner“, „One day sex“, „Gute Mädchen tun’s im Bett – böse überall“ und „Warum Männer so schnell kommen und Frauen nur so tun als ob“. Anne West gilt als Deutschlands erfolgreichste Erotika-Autorin. Vor diesem Hintergrund scheint es etwas witzig, wenn sie in der Widmung ihres Romans „Das Lavendelzimmer“ an ihren Vater erinnert, der als einziger Mensch alles gelesen habe, was sie je geschrieben hat. Doch dann gibt es noch die andere Seite von Nina George, die sehr einfühlsame Romane schreibt, Liebesgeschichten, die so wunderschön unter die Haut gehen. Gemeint sind vor allem ihre beiden Romane „Die Mondspielerin“ und „Das Lavendelzimmer“. „Die Mondspielerin“ brachte Nina George 2011 die DeLia für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres ein und auch „Das Lavendelzimmer“ braucht sich vor dem Vorgänger nicht zu verstecken. George hat nämlich eine wahre Gabe, Gefühle in Worte zu fassen und mit diesen Worten Bilder zu malen, die unter die Haut gehen. Wer schon einmal verliebt war, der wird sich bei Nina George verstanden fühlen und bei der Geschichte des Buchhändlers Jean Perdu, der eine schwimmende literarische Apotheke betreibt, Gänsehautschauer erleben. Inzwischen hat Nina George, die als freie Schriftstellerin und Journalistin tätig ist, geheiratet und unter ihrem Ehenamen Nina Kramer aus schon einen Thriller veröffentlicht. „Ein Leben ohne mich“ ist eine herbe Kritik an der Reproduktionsmedizin und ein wahrer Augenöffner für dieses heikle Thema. Das Hamburger Abendblatt urteilt: „Das Sujet fasziniert, das Buch verstört. Meisterhaft stilsicher.“ 2012 wurde Nina George außerdem für ihren Kurzkrimi „Das Spiel ihres Lebens“ mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Insgesamt 24 Romane, Krimis, Science-Thriller, ca. 95 Kurzgeschichten und über 600 Kolumnen stehen inzwischen auf ihrem schriftstellerischen Konto – und ein Ende des Einfallsreichtums von Nina ist zum Glück noch längst nicht abzusehen.

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