Jennifer Haigh

Jennifer Haigh schreibt über menschliche Schicksale © Asia KepkaDie US-amerikanische Autorin Jennifer Haigh (Jahrgang 1968), Tochter von ukrainischen Einwanderern, studierte am Dickinson College in Carlisle Englisch und Französisch, schloss den Iowa Writers’ Workshop 2002 mit dem Master of Fine Arts ab. Mit 35 legte sie dann einen Blitzstart auf dem literarischen Parkett hin: Ihr erster Roman „Mrs. Kimble“ ergatterte 2003 als herausragendes Debütwerk den PEN Award der Ernest Hemingway Foundation. „Mrs Kimble“ ist bislang ohne deutsche Übersetzung geblieben, wie auch Haighs Roman von 2011, „Faith“.

Erschienen ist hierzulande jedoch 2006 der Roman „Und jeden Tag ein neues Leben“ („Baker Towers“), welcher eine Familiengeschichte 1944 in Bakerton, Pennsylvania erzählt. Oder besser, wie fünf Töchter, die sich nach dem Tod des Vaters in alle Winde der Welt zerstreuen, doch immer irgendwie an ihren Heimatort gebunden bleiben. Das Thema der Liebe füreinander ist bei Jennifer Haigh zentral, und blieb es auch 2013 bei einem weiteren Roman, der es zu uns geschafft hat: „Auftauchen“ („The Condition“). Der Mikrokosmos der Familie ist hier der gleiche, das Problem jedoch ein ganz anderes: Die Diagnose Turner-Syndrom bei der 13-jährigen Gwen bringt das gesamte Familiengefüge durcheinander. Dass sie für immer im Körper eines Kindes gefangen sein wird, verkraftet ihre Familie nicht – nur sie selbst scheint letztlich damit zurechtzukommen. Bis sie sich verliebt… und ihre Eltern und Brüder alles andere als Verständnis zeigen.

Im Hardcover macht der Verlag Droemer Knaur 2017 einen neuen Anlauf, uns die Romane von Jennifer Haigh nahezubringen: „Licht & Glut“ heißt das neue Werk von ihr. Haigh kehrt dabei an einen ihr ganz bekannten Ort zurück. Schauplatz ist wie in „Und jeden Tag ein neues Leben“ wieder das ländliche Bakerton in Pennsylvania. Die Handlung spielt jedoch in der Gegenwart, oder zumindest fast, beginnt 2010 und arbeitetet sich durch die Folgejahre. Kohle und Stahl stützen die Region nicht mehr, Fracking ist die finanzielle Verlockung der Zukunft. Wie die alteingesessenen Einwohner mit dem Umschwung zurechtkommen, wie Hoffnung, Gier und Angst die Menschen zusammenbringt und wieder auseinanderreißt: All das weiß Haigh ganz meisterhaft zu zeichnen.

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