Ernest Hemingway

Ernest Hemingway gilt als einer der großen Autoren des 20. Jahrhunderts. (c) Rowohlt VerlagErnest Hemingway (1899 – 1961), Pulitzer-Preis-Gewinner und Nobelpreis-Träger, gilt als einer der wichtigsten und bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Weltweiten Erfolg feierte Ernest Hemingway mit dem Klassiker „Der alte Mann und das Meer“ aus dem Jahr 1952. Hemingway stammt aus Illinois und lernte schon früh das Angeln und Jagen. Dieser besondere Bezug zur Natur sollte ihm sein ganzes Leben lang erhalten bleiben. So bereiste er als Abenteurer, Großwildjäger und Hochseefischer die Welt. Als 17-Jähriger arbeitete Ernest Hemingway erstmals als Journalist, als Lokalreporter beim Kansas City Star in Kansas City. Im Ersten Weltkrieg meldete Hemingway sich als Sanitäts-Fahrer an der österreichisch-italienischen Front und wurde hier durch eine Granate schwer verletzt. In seinem Roman „In einem anderen Land“ sollte Hemingway später seine Erlebnisse an der Front – und die unglückliche Liebe zur Krankenschwester Agnes von Kurowsky – verarbeiten. 1919 kehrte er nach Amerika zurück, wo er seine journalistische Laufbahn als Reporter des „Toronto Star“ fortsetzte.

Später wurde er Polizeireporter in Chicago und ging schließlich für den Toronto Star als Auslandskorrespondent nach Paris, wo er – durch Kontakte zu bedeutenden amerikanischen Literaten, darunter F. Scott Fitzgerald und Gertrude Stein – seine Liebe zur Schriftstellerei entdeckte. In dem Roman „Paris – Ein Fest fürs Leben“ blickte Hemingway später auf seine Jahre in Paris mit der sogenannten „Lost Generation“ zurück. Mehr, als den meisten Menschen bewusst ist, geht dieser wohl beliebteste Roman Hemingways auf seine kurze, aber intensive Freundschaft mit F. Scott Fitzgerald zurück. Sie beide gehörten zum legendären Kreis um Gertrude Stein, waren Freunde und Rivalen, reisten zusammen durch Europa und schrieben einander Briefe über den Klatsch und Tratsch ihrer Zeit, aber auch über existenzielle Fragen und die Arbeiten des jeweils anderen. Diese Briefe hat Benjamin Lebert 2013 in dem Band „Wir sind verdammt lausige Akrobaten“ veröffentlicht, der einen schönen Einblick in das Leben und Arbeiten der beiden großen Schriftsteller gibt – und sich wunderbar als Hintergrundlektüre zu „Paris – Ein Fest fürs Leben“ eignet. Der Durchbruch gelang Ernest Hemingway 1927 mit dem Roman „Fiesta“, der die jährliche „Fiesta San Fermin“ in Pamplona zur Kulisse der autobiographisch anmutenden Geschichte des amerikanischen Schriftstellers Jake macht. Im Zweiten Weltkrieg war Hemingway wiederrum als Kriegsberichterstatter tätig. Seine Rolle in Kriegszeiten ist bis heute umstritten, behauptete Hemingway doch, selbst 122 deutsche Soldaten getötet zu haben. 1952 veröffentlichte Hemingway seine bedeutendste Novelle, „Der alte Mann und das Meer“, die 1953 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde und ihm auch den Literaturnobelpreis 1954 einbrachte.

Hemingway platziert den Roman in seiner Wahlheimat Kuba. Noch heute wird der Autor dort wie ein Heiliger verehrt. Nachdem Hemingway 1954 an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei Flugzeugabstürze überlebte, litt er mehr als je zuvor an den Depressionen, die ihn bereits viele Jahre begleiteten. Er galt als manisch depressiv und als alkoholabhängig. „Der alte Mann und das Meer“ sollte Hemingways letzter Roman werden, der zu Lebzeiten veröffentlicht wurde. 1961 nahm Ernest Hemingway sich das Leben, genauso, wie sein Vater, sein Bruder Leicester und seine Schwester Ursula es vor ihm getan hatten. Bis heute gilt Hemingway als einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart, viele seiner Werke – darunter „Wem die Stunde schlägt“, „In einem anderen Land“ und „Der alte Mann und das Meer“ – wurden verfilmt. Marcel Reich-Ranicki schrieb im Juli 2011 in der FAS über ihn, sein unkünstlerisch anmutender Stil sei Kunst gewesen, „wie geschaffen für jene, die von der Kunst enttäuscht, ihr verächtlich den Rücken kehren wollten.“

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