Amy Hempel

Amy Hempel (Jahrgang 1951) wird in ihrem Heimatland Amerika oft in einem Atemzug mit der im Jahr 2013 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Alice Munro genannt. In Deutschland ist Hempel noch weitgehend unbekannt, aber das könnte sich nach dem Erscheinen ihres Kurzgeschichten-Sammelbands "Die Ernte" ändern. "Die Ernte" ist die lang ersehnte Übersetzung ihres Werks "At the Gates of the Animal Kingdom" von 1990. Auf ihrem offiziellen Pressefoto sieht Amy Hempel wie ein gealtertes Hippie-Mädchen aus: lange silberne Haare, teilweise geflochten, der weise, sanfte Blick geht in die Ferne. Viel erlebt hat sie: Ihre ersten Jahre verbrachte sie erst in Chicago, ihrer Geburtsstadt, dann in Denver und anschließend in San Francisco - dem fremden Schauplatz ihrer ersten Werke, an dem sie sich nie ganz heimisch fühlte. "San Francisco war seltsam. Einerseits so wunderschön, andererseits so voller grausamer Dinge", sagt Hempel über ihre Zeit dort. In San Francisco brach ihr Leben um: Innerhalb von zwei Jahren nahm sich erst ihre Mutter das Leben, dicht gefolgt von deren Schwester, und ihre beste Freundin starb an Leukämie. Die Schuldgefühle, ihrer besten Freundin nicht helfen zu können und sie in ihrer Krankheit allein gelassen zu haben, verarbeitete Hempel in der Kurzgeschichte "In the cemetery where Al Jolson is burried" - diese wird mittlerweile an vielen amerikanischen Schulen als Pflichtlektüre durchgenommen. Hempel begann als Journalistin zu arbeiten. Über diese Zeit sagt sie: "Ich näherte mich dem literarischen Schreiben, in dem ich Dinge tat, die dem sehr nahe kamen - ich zog die Kreise immer enger. Ich hatte nicht die leiseste Idee, wie man Geschichten schreibt. Also fing ich journalistisch an, denn im Journalismus gibt es Regeln, die ich lernen konnte." 1975 zog Amy Hempel nach New York City, arbeitete in einem Verlag. Doch Hempel wollte ihre Kreise um die Literatur noch enger ziehen und besuchte einen Abendkurs für kreatives Schreiben. Ihr Lehrer, Gordon Lish, entdeckte ihr Talent und half ihr, 1985 ihren ersten Erzählband zu veröffentlichen, der wie eine Bombe einschlug. Alle rissen sich um Hempel, unter anderem die New York Times und die Vanity Fair. Amy Hempel ließ sich trotzdem Zeit, die Abstände zwischen ihren Büchern sind lang. So erschien ihr zweiter Sammelband voller Kurzgeschichten 1990, der dritte 1997. 2005 brachte sie ihre bisher letzte Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Namen "The Dog of the Marriage" heraus. In den kommenden Jahren werden bei LUXBOOKS alle Bände der Autorin in deutscher Übersetzung erscheinen. Amy Hempel unterrichtet mittlerweile kreatives Schreiben in Harvard.

 

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