Miguel Hirsch

Miquel Hirsch arbeitet als Radio-Korrespondent in Buenos Aires. (c) privatDer Radiojournalist Miguel Hirsch wusste schon kurz nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013 recht genau, welche Eigenschaften dessen Nachfolger mitbringen sollte: "Ratzingers Nachfolger sollte idealerweise ein der römischen Kurie gänzlich fremder Kirchenerneuerer mit starker Persönlichkeit und Durchsetzungsvermögen sein, in der Lage, gegen korrupte Priester, gierige Finanzjongleure sowie Fälle von Kindesmissbrauch, die den Vatikan erschütterten, vorzugehen“, sagte er im Februar 2013. Und Hirsch war auch unter den ersten, die erkannten, dass der Argentinier Jorge Bergoglio bestens auf diese Beschreibung passen würde. "Jorge Bergoglio hatte sich den Ruf der Unbeugsamkeit erworben; schließlich hatte er vor seiner Papstwahl zwei Präsidenten mit Erfolg die Stirn geboten." Papst Franziskus bringt seit seiner Wahl viel frischen Wind in den Vatikan und stellt in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn und einen mutigen Richtungswechsel dar. Mit Staunen sieht die Welt, wie unterschiedlich das Pontifikat ausgelegt werden kann und immer wieder sorgt Jorge Bergoglio für Überraschungen.

Nicht jedoch bei denen, die ihn schon länger kennen und seinen Werdegang verfolgt haben – wie etwa Miguel Hirsch, der als Radio-Korrespondent für die Deutsche Welle in Buenos Aires arbeitet und eines der besten Bücher über Papst Franziskus geschrieben hat, die es derzeit auf dem Buchmarkt gibt: „Jorge: Begegnungen mit einem, der nicht Papst werden wollte“. Was dieses Buch aus der Masse der Bücher über den argentinischen Papst heraushebt, ist die Tatsache, dass Miguel Hirsch Zugang zum unmittelbaren Umfeld des 77-Jährigen hatte. Er ließ Verwandte, Mitarbeiter, Weggefährten und Freunde zu Wort kommen und zeichnete mit ihren Erinnerungen und Bewertungen das Bild eines Mannes, der auf Grund seiner dezentralisierenden, basisdemokratischen Haltung nie in Erwägung gezogen hatte, Papst zu werden. Eines Mannes, der nun aber vielleicht genau der richtige Mann ist, um die katholische Kirche aus ihrer Krise zwischen Korruption und Kindesmissbrauch herauszuführen. Miguel Hirsch ist überzeugt, dass „einer, der gar nicht Papst werden wollte, mit seiner Aufforderung, in der Kirche für Unruhe zu sorgen, als großer Retter in die Geschichte der katholischen Kirche eingehen“ könnte, eben weil er "nie Teil des Systems gewesen“ ist und weiß, "dass er nichts zu verlieren hat – erst recht keine Zeit.“ Dieser Ansatz macht das Franziskus-Buch von Miguel Hirsch – übrigens sein erstes Buch überhaupt – so lesenswert.

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