Corinne Hofmann

Corinne Hofmann (Jahrgang 1960)ist vielen Menschen nur als „die weiße Massai“ bekannt, benannt nach ihrem Buch, in dem sie die Geschichte ihres Afrika-Abenteuers erzählt. Hofmann wuchs in der Schweiz auf, machte eine Ausbildung zur Einzelhandelsangestellten und arbeitete später in einer Versicherungsgesellschaft. Mit 21 Jahren machte sich Corinne Hofmann mit einem Geschäft für Brautmode und Second-Hand-Bekleidung selbstständig. Ein zweiwöchiger Urlaub in Kenia sollte dann ihr Leben verändern: Hier traf sie einen gutaussehenden Massai-Krieger in traditioneller Kleidung und Haartracht, in den sie sich auf den ersten Blick verliebte. Am Ende ihres Urlaubs stand für sie fest, sie würde zu ihm zurückkehren. Also gab Corinne Hofmann ihre Existenz in der Schweiz auf und zog in den Busch von Kenia. Dort lebte sie mit dem attraktiven  Massai Lketinga und seiner Mutter in einer einfachen Hütte und versuchte, ein eigenes Geschäft aufzubauen, um die Versorgung der Dorfbewohner zu vereinfachen. Das Paar bekam bald ein Kind, eine Tochter mit Namen Napirai. Doch die Kommunikation mit Lketinga gestaltete sich sehr schwierig und in den kommenden vier Jahren wurde aus dem anfänglichen Traum zusehends ein Albtraum. Nach einer Malaria-Erkrankung und den sich häufenden Eifersuchtsanfällen ihres Mannes, der sie zunehmend überwachen ließ und einengte, beschloss Corinne Hofmann, Afrika und Lketinga den Rücken zu kehren. Aus einem Urlaub in der Schweiz kam sie nicht mehr zu ihrem Mann zurück. Ihre Erlebnisse im Busch von Kenia hat sie in dem Buch „Die weiße Massai“ verarbeitet, das von vielen gefeiert wurde, aber mitunter auch für kritische Töne sorgte. Leser und Kritiker warfen Hofmann vor, sich nicht genügend um Anpassung bemüht zu haben, sondern versucht zu haben, europäische Sitten in Afrika einzuführen und schließlich ihren Mann für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich zu machen. Das Buch erschien 1998 und wurde inzwischen in mehr als 30 Sprachen übersetzt. 2005 verfilmte die deutsche Regisseurin Hermine Huntgeburth das Leben von Corinne Hofmann mit Nina Hoss in der Hauptrolle. 2003 veröffentlichte Hofmann ihr zweites Buch: „Zurück aus Afrika“, in dem sie davon berichtet, wie sie für sich und ihre Tochter ein neues Leben in der Schweiz aufbaute. „Wiedersehen in Barsaloi“ ist das dritte Buch von Corinne Hofmann und erschien 2005. Darin erzählt sie vom Wiedersehen mit Lketinga, den sie 14 Jahre lang nicht gesehen hatte. Hier schließt Hofmann den Kreis und beendet die Geschichte der weißen Massai vorerst. Die Liebe zum schwarzen Kontinent hat sie jedoch bis heute nicht losgelassen. 720 Kilometer ist Hofmann durch die Halbwüste Namibias gewandert und hat das Leben dort hautnah kennengelernt. Auch war nun die Zeit gekommen, dass Napirai ihren Vater kennenlernte. In Barsaloi kam es zum ersten Treffen der beiden. Nachlesen können das alle, die von den Geschichten der „weißen Massai“ nicht genug bekommen können, in dem Buch „Afrika, meine Passion“, obwohl der Eindruck entsteht, vieles hätte Corinne Hofmann schließlich nur noch gemacht, um weitere Bücher schreiben zu können. Die Geschichte der weißen Massai, von Corinne Hofmann, ist und bleibt dennoch faszinierend.

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