William Horwood

William Horwood gilt als Urvater der Tier-Fantasy. © Kate EshelbyWilliam Horwood (Jahrgang 1944) gilt dank seines Buches „Der Stein von Duncton“ als Urvater des Genres der Tier-Fantasy. Darin hat er Tiere zu Helden gemacht, an die sonst wohl niemand denken würde: Maulwürfe. Bracken und Rebekka aus dem Duncton-Wald und Boswell von Uffington sind die Hauptfiguren in dem epochalen Fantasy-Roman über Moral und Ethik, Glauben und Zweifel, über Liebe, Freundschaft und Lebensglück. Gemeinsam erfahren die drei Gefahren, Schmerzen und Leid, bevor Bracken und Rebekka schließlich zueinander finden. Diese schöpferische Kraft ließ Horwood schon 1979 in den Olymp der großen Fantasy-Autoren aufsteigen, von denen zwei gleich in unmittelbarer Nähe seines Wohn- und Arbeitsortes lebten: J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis, die ebenfalls im englischen Universitätsstädtchen Oxford zuhause waren. Im Gegensatz zu diesen ist William Horwood hierzulande jedoch noch relativ unbekannt. „Der Stein von Duncton“ ist noch immer so etwas wie ein Geheimtipp unter eingeweihten Fantasy-Fans. Zudem ist das Buch derzeit vergriffen und die fünf Folgebände und die Storysammlung aus der Welt von Bracken und Rebekka sind in Deutschland gar nicht erst erschienen.

In Deutschland kennt man deshalb schon eher Horwoods Fantasy-Romane der Reihe „Wind in the Willows“, die Mitte der 1990er Jahre erschienen sind: „Wind in den Weiden“, „Frühling in den Weiden“, „Herbst in den Weiden“ und „Weihnachten in den Weiden“. „Wind in den Weiden“ ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Klassiker von Kenneth Grahame. Während Letzterer aber ständig eine Neuauflage erfährt, sind auch diese Romane von William Horwood derzeit vergriffen. Kein Wunder, dass William Horwood der jüngeren Generation von Fantasy-Fans weitgehend unbekannt ist. Das könnte sich nun aber ändern, weil Horwood mit einer neuen Fantasy-Serie von sich reden macht: Hyddenworld. Der erste Band, „Hyddenworld: Der Frühling“ erschien 2010. Es folgten „Hyddenworld 2: Das Erwachen“ und „Hyddenworld 3: Die Ernte“. Der großartige Abschluss der Reihe, „Hyddenworld 4: Der Winter“ erschien im Sommer 2015 und übertraf noch einmal die Erwartungen der Fans von William Horwood.

In jedem der vier Bücher muss einer der vier Edelsteine der Hydden gefunden werden. Nur alle vier zusammen können verhindern, dass die Welten der Hydden und der Menschen untergehen. William Horwood greift in den Büchern der Hyddenworld-Reihe ein sehr zeitgemäßes Thema auf: Es geht um Umweltverschmutzung und ihre Folgen. Mutter Erde ist zornig auf die Menschen und die Hydden, die in den Schatten und Nebeln der Menschenwelt in einer eigenen Welt leben, und so nachlässig mit dem Geschenk des Lebens umgehen. Die einzige Chance, sie zu besänftigen, besteht darin, die vier Edelsteine zu einem Medaillon zusammenzufügen, wobei jeder Edelstein für eine Jahreszeit steht. Insgesamt entstand so eine sehr gut durchdachte, anspruchsvolle Fantasy mit einer Botschaft, die gehört werden sollte.  Selbst wenn man sich scheut, sich des Begriffes „Tolkiens Erben“ zu bedienen, sind doch die Ähnlichkeiten zur klassischen Fantasy von J.R.R. Tolkien kaum zu übersehen. Nicht nur erinnern die Hydden entfernt an die Hobbits, die Hyddenworld besitzt auch den behaglichen alten, englischen Charme, wie man ihn aus Tolkiens Hobbingen kennt. Zugleich hat William Horwood mit seiner Reihe etwas Neues geschaffen und die Bedrohungen aus der Fantasy-Welt den realen Bedrohungen unserer Welt angepasst. Das macht die Botschaft seiner Romane umso eindrücklicher.

Die Fantasy-Romane von William Horwood im Überblick:

DuMont Reiseverlag, Reiseführer, DuMont Reise, Kunst-Reiseführer

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