Khaled Hosseini

Khaled Hosseini (Jahrgang 1965) ist ein amerikanischer Schriftsteller mit afghanischen Wurzeln. Da sein Vater im afghanischen Außenministerium tätig war, verließ die Familie ihre Heimat schon früh, um in Teheran und später in Paris zu leben. Die sowjetische Invasion verhinderte die Rückkehr der Familie nach dem Ablauf der Amtszeit des Botschafters. 1980 ging die Familie von Khaled Hosseini deshalb ins politische Asyl in die USA. 1984 begann er ein Biologie-Studium an der Santa Clara University in Kalifornien, später promovierte er an der University of California zum Doktor der Medizin. Seit 1996 arbeitet er als Internist am Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles. Schon immer begeistert von Literatur schrieb Hosseini 2003 seinen ersten Roman „Drachenläufer“. Das Buch spielt, wie auch der zweite Roman Hosseinis, „Tausend strahlende Sonnen“ (2007), in Hosseinis Heimatland Afghanistan und wurde auf Anhieb ein internationaler Bestseller. „Drachenläufer“ wurde inzwischen von Regisseur Marc Forster mit bislang unbekannten afghanischen Schauspielern verfilmt. Die Frauenzeitschrift „ELLE“ urteilte: „Ein Land, das solche Autoren hervorbringt, ist reich.“ Dass die Wirklichkeit in Afghanistan aber anders aussieht, das man die Romane von Khaled Hosseini mehr als deutlich. Das gilt auch und vor allem für den dritten Roman, „Traumsammler“, der 2013 erschienen ist und über den die Zeitung „Die Welt“ schrieb: „Khaled Hosseini lässt Sie schluchzen wie ein Kind“. Hosseini öffnet uns den Blick auf ein Land, das in den internationalen Nachrichten sehr häufig als Land der Selbstmordattentäter abgetan wird, und gewährt uns einen anderen Blick auf seine afghanische Heimat. Dabei ist er keinesfalls unkritisch. In seinen Büchern schreibt er mal zornig, mal liebevoll, mal lachend, mal weinend, mal kritisch, mal wehmütig über Afghanistan. Sein großes Ziel: dem Westen das wahre Afghanistan zeigen. Als Khaled Hosseini mit dem Schreiben an „Drachenläufer“ begann, hätte er nicht die Absicht verfolgt, das Buch zu veröffentlichen. Doch nach den Anschlägen am 11. September 2001 hätte seine Frau darauf bestanden, dass er das Buch beendete und verlegen ließ. „Meine Frau sagte damals zu mir: Du musst das jetzt fertig machen - die Leute denken ab jetzt bei Afghanistan nur noch an Terroristen, Mörder, Drogen. Du musst das andere Afghanistan zeigen“, erzählte Hosseini anlässlich der Veröffentlichung von „Traumsammler“ 2013 im Interview mit dem „Stern“. Dort erinnert sich Khaled Hosseini auch an das Kabul seiner Kindheit als „liberale Oase in einem ansonsten religiösen und konservativen Land.“ Inzwischen hat Hosseini seinen Beruf als Arzt an den Nagel gehangen. Er sei gerne Arzt gewesen, aber die Patientenschicksale hätten ihn zu sehr mitgenommen. Das merkt man auch seinen Büchern an, wo er sehr mit seinen Figuren mitfühlt. Nur so ist es möglich, Romane von solcher emotionalen Tiefe zu schreiben. Nur so kann Khaled Hosseini seine Leser zu Tränen rühren. Darauf angesprochen, sagte er im Interview mit dem „Stern“, das klinge, als würde er „das mit kalter Absicht machen. Dabei kann ich Ihnen versichern, was immer Sie beim Lesen empfinden: Ich habe das zehn Mal so stark gefühlt beim Schreiben.“ Die Leser von Khaled Hosseini wissen diese Authentizität zu schätzen – und lieben seine Bücher deshalb umso mehr.

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