Philipp Hübl

Philipp Hübl (Jahrgang 1975) glaubt, dass Philosophie mehr ist als tiefgründige Stammtischgespräche und dass sie allen Menschen eine ganz neue Welt eröffnen kann. Für den studierten Philosophen und Sprachwissenschaftler ist die Philosophie ein aufregender Irrgarten, eine „Wunderwelt der Wirklichkeit“ (Rowohlt). Nicht umsonst ist Hübl heute Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität von Stuttgart und hat ein Buch geschrieben, das eher an „Alice im Wunderland“ erinnert als an ein klassisches Lehrbuch über Philosophie. Seine Leser geben ihm recht: Mit „Folge dem weißen Kaninchen...in die Welt der Philosophie“ schaffte es Philipp Hübl auf Anhieb in die Bestsellerlisten. Wer sich für Philosophie interessiert, kannte den charismatischen Akademiker aber schon vorher: Nach dem Studium der Philosophie und Sprachwissenschaften in Berlin, Berkeley, New York und Oxford und parallel zu diversen Lehrtätigkeiten an Universitäten überall auf der Welt, hielt Philipp Hübl Vorträge zum Thema Theoretische Philosophie und verfasste unter anderem für die FAZ, die taz und Spiegel online Beiträge zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Die Theoretische Philosophie steht als Ansatz der Praktischen Philosophie gegenüber. Während man sich in der Theoretischen Philosophie, wie Philipp Hübl sie studiert, mit Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ontologie, Logik, Sprachphilosophie, Naturphilosophie und ähnlichen Disziplinen beschäftigt, umfasst die Praktische Philosophie die Disziplinen Ethik, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie und Handlungstheorie. Hübl und seine Kollegen hinterfragen die Welt, wollen wissen, was sie ist, wie sie geordnet ist, was es über sie zu wissen gibt und was real ist. Ihre Philosophie ist zweckfrei und ausschließlich auf die Erlangung von Erkenntnissen ausgerichtet. Die Praktische Philosophie hingegen erforscht die menschliche Praxis, das praktische und politische Handeln der Menschen. Diese Unterscheidung geht auf Aristoteles zurück und wird auch in Philipp Hübls Buch „Folge dem weißen Kaninchen...in die Welt der Philosophie“ deutlich. Für die Medien ist das Verhältnis zwischen Philipp Hübl und seinem jüngeren Bruder Johannes besonders interessant, einem erfolgreichen Männer-Model, das in New York lebt und dort Karriere macht. Im ersten Moment könnte man meinen, unterschiedlicher könnten die Brüder nicht sein – ein Model und ein Philosoph. Doch da täuscht man sich. Der Zeitung „Welt“ war das ein Interview unter der Überschrift „Ungleiche Brüder: Wir haben nie um Frauen konkurriert“ wert. Darin erklärt Philipp Hübl auf die Frage, ob sie sehr unterschiedlich seien: „Als Philosoph muss man sagen: Es kommt darauf an, von wo man schaut. Alle Menschen sind sich ähnlich und sind doch verschieden. Von außen würde man denken, der eine ist Model, der andere lehrt Philosophie, das ist extrem weit auseinander. Aber wir sind uns doch ähnlicher, als man vom Stereotyp her denken würde.“ Wer mehr über Philipp Hübls Ansatz, die Welt zu sehen, erfahren möchte, kann das in „Folge dem weißen Kaninchen...in die Welt der Philosophie“ tun. Damit ist ihm eine unterhaltsame, informative und verständliche Einführung in die Theoretische Philosophie gelungen, an der auch diejenigen Spaß haben werden, die sich bislang noch nicht näher mit den Gedankenspielereien der Philosophen auseinandergesetzt haben.

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