Schwester Jordana

Schwester Jordana hat ihr Leben in den Dienst der Menschen gestellt. © Joanna VortmannSchwester Jordana Schmidt (Jahrgang 1969) ist eine sehr weltoffene Schwester der Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien, die ihr Leben dem Dienst an den Menschen gewidmet hat. Die gelernte Kinderkrankenschwester, Diplom-Heilpädagogin und System- und Familientherapeutin ist heute Erziehungsleiterin bzw. Kinderdorfmutter im Bethanien Kinderdorf Schwalmtal-Waldniel bei Mönchengladbach, nachdem sie im Alter von 21 Jahren das weltliche Leben gegen ein Leben im Kloster eingetauscht hat. 1990 trat Schwester Jordana zunächst in ein Zisterzienserkloster ein, bevor sie 1994 zu den Dominikanerinnen von Bethanien wechselte. 90 Kinder und Jugendliche unterstanden dort ihrer Obhut während ihrer Tätigkeit als Erziehungsleiterin im Kinder- und Jugenddorf. Seit 2012 ist sie dort nun selbst Kinderdorfmutter und lebt mit fünf Kindern zwischen zwei und neun Jahren in einem der Häuser. All das empfindet sie heute als Bestimmung. Ursprünglich hatte sie Schauspielerin werden wollen, doch schon in jungen Jahren vernahm sie den Ruf Gottes, dem sie sich schließlich als junge Frau zu folgen traute. Damals fühlte sie sich zwischen dem Wunsch nach Kindern und dem Wunsch, ihr Leben Gott zu widmen, zerrissen. Heute hat sie beides. 2011 nahm sich Schwester Jordana eine sechswöchige Auszeit und reiste gemeinsam mit dem Fernseh-Moderator Rainer Maria Jilg für eine dreiteilige Fernsehdokumentation durch den Libanon, Libyen, das Westjordanland und Israel, wo sie den drei Weltreligionen begegnete und unvergessliche Erfahrungen machte, die sie 2013 in dem Buch „Auf einen Tee in der Wüste: 11.000 Kilometer bis Jerusalem“ veröffentlichte. In einem alten Chevrolet folgte sie der Route des ersten mittelalterlichen Kreuzzuges und gab sich dabei überaus weltoffen. Im Interview mit dradio.de erinnert sie sich: „So ein bisschen Vagabundenleben zu leben, das hat mir ein Gefühl von Freiheit vermittelt, durch diese langen Straßen zu fahren, die Türkei zum Beispiel - wusste ich nicht, dass die so riesig ist. Den Wind sich um die Ohren sausen zu lassen, diese arabische Musik zu hören, weil es zu der Landschaft, zu dem Land und zu den Menschen, die ich getroffen habe, passte.“ Doch es sind nicht nur die schönen Bilder, die ihr in Erinnerung geblieben sind. In ihrem Buch „Auf einen Tee in der Wüste“ erzählt Schwester Jordana auch vom Flüchtlingselend, das sie gesehen hat, und den Zeugnissen des Bürgerkriegs in Syrien, die sie schon in der Nähe der Grenze antraf. Insgesamt habe sie die Reise als Gotteserfahrung verstanden. Mit sich selbst und anderen setzte sie sich mit dem Glauben auseinander und versuchte, zu ergründen, was ihr der Glaube selbst bedeutet. Am Ende stand eine wichtige Erkenntnis: Alle Religionen sind sich am Ende gleich, denn sie alle glauben an den einen Gott. Nachlesen kann man das außergewöhnliche spirituelle Abenteuer, den inspirierenden Reisebericht von Schwester Jordana nun in ihrem Buch, das sie gemeinsam mit Iris Rohmann geschrieben hat.

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