Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann mit seiner Frau Miriam Kachelmann. © Kay BlaschkeJörg Kachelmann (Jahrgang 1958) war jahrelang das Gesicht der Sendung „Das Wetter im Ersten“. Seine Wettervorhersagen für die ARD haben den Moderator und Meteorologen aus der Schweiz deutschlandweit bekannt gemacht. 2010 wurde Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung an seiner Ex-Freundin verhaftet. Es folgte eine 1-jährige Tortour, bis er im Mai 2011 nach 132 Tagen Haft aus der Haft entlassen und schließlich freigesprochen wurde. In seinem Buch „Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz“, das Kachelmann gemeinsam mit seiner jungen Ehefrau, Miriam Kachelmann (Jahrgang 1986), veröffentlicht hat, nimmt er Stellung zum Fall und den Geschehnissen der vergangenen zwei Jahre.

Jörg Kachelmann wuchs in Schaffhausen auf und träumte schon als Kind davon, Meteorologe zu werden. Das Aufzeichnen von Wetterbeobachtungen gehörte schon sehr früh zu seinen Hobbies. So erschien es nur logisch, dass Jörg Kachelmann schon während der Schulzeit in den Ferien für verschiedene Wetterdienste jobbte und in seinem Studium der Geographie, Mathematik und Physik an der Universität Zürich das Nebenfach Meteorologie belegte. Er beendete das Studium jedoch nicht, sondern entschied sich stattdessen für ein Volontariat bei der Schweizer Boulevard-Zeitung Sonntagsblick. Über diverse Stationen kam er schließlich seinem Traum, Wetteransagen zu machen, nahe. Hierfür sandte Jörg Kachelmann über Monate hinweg unaufgefordert Wettervorhersagen an den Südwestfunk, bis dieser diese schließlich annahm. 1989 baute Kachelmann sich schließlich in einem alten Bauernhaus in St. Gallen seine eigene Wetterstation auf. Nur zwei Jahre später gründete er die Firma Meteomedia AG, die Rundfunk und Zeitungen mit Wetterdaten belieferte.

1996 dann der Durchbruch: Jörg Kachelmann wurde zum Programmdirektor des Senders Wetter- und Reise-TV ernannt. Zwar stellte dieser nach zwei Jahren den Betrieb ein, doch in dieser Zeit hatte sich Jörg Kachelmann als Ansager für die Wettervorhersage bereits einen Namen gemacht. Über Südwest 3 kam er in die ARD und seit 1994 moderierte er die Sendung „Das Wetter im Ersten“ und die Wettervorhersage auf verschiedenen Radiosendern. Sein lässiger Stil und seine leicht flapsige Sprache wurden schnell zum Markenzeichen von Jörg Kachelmann. Er galt als allseits beliebt und war schon bald auch in anderen Fernsehsendungen (Riverboat, Vorsicht Blöff u.v.m) zu sehen. Im März 2010 dann schien das alles plötzlich zu Ende zu sein, als Jörg Kachelmann wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen wurde. Vier Monate lang blieb er in Untersuchungshaft, bevor er Ende Juli 2010 entlassen wurde, weil kein dringender Tatverdacht mehr bestünde. Die Anklage wegen schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wurde dennoch weiterhin aufrecht erhalten und so erklärte Jörg Kachelmann im November 2010, er wolle bis auf weiteres nicht mehr im Fernsehen zu sehen sein und sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Die offizielle Bestätigung des Freispruchs vom 31. Mai 2011 erfolgte am 7. Oktober des gleichen Jahres.

Zuvor hatte Jörg Kachelmann bereits seiner Freundin Miriam das Ja-Wort gegeben. Gemeinsam schrieben sie das Buch „Recht und Gerechtigkeit“, in dem sie zum Fall und den Ereignissen der vergangenen Jahre Stellung nahmen. Doch trotz des Freispruchs und der Stellungnahme ist Jörg Kachelmann weit davon entfernt, rehabilitiert zu werden. Am 21. Oktober 2012 war das Ehepaar Kachelmann in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ zu Gast, wo sie sich massiven Beschimpfungen und Beleidigungen durch den ehemaligen stellvertretenden Bild-Chef Hans-Hermann Tiedje ausgesetzt sahen. Die Sendung wurde anschließend viel kritisiert, weil Günther Jauch diese verbalen Attacken nicht unterbunden habe. Besonders schwer laste demnach, dass Jörg Kachelmann nicht deshalb freigesprochen wurde, weil seine Unschuld einwandfrei bewiesen wurde, sondern weil es nicht genug Beweise gab, seine Schuld eindeutig festzustellen. Die Sendung stand deshalb unter der Fragestellung „Was ist ein Freispruch wert?“.  Wie Miriam und Jörg Kachelmann selbst das Urteil bewerten, können Sie in „Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz“ nachlesen.  

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