Margot Käßmann

Margot Käßmann schreibt klug reflektierende Bücher über das Leben, das Alter und das Sterben. © Steffen Roth sRGBDer Name Margot Käßmann sagte vielen Deutschen erst etwas, als die charismatische Theologin im Februar 2010 mit 1,54 Promille am Steuer erwischt wurde und daraufhin als Bischöfin der Landeskirche Hannovers zurücktrat. Doch zuvor – und auch danach – hat Käßmann viele Menschen inspiriert und begeistert. Sie ist der „Superstar“ (n-tv.de) der evangelischen Kirche in Deutschland und eine wahre Sympathieträgerin. Trotz ihrer Fehler – oder vielleicht gerade wegen ihres offenen Umgangs mit denselben – hat sie sich innerhalb und außerhalb ihrer Kirche Respekt verschafft. Dies nicht zuletzt auch als Buchautorin. Mit Titeln, wie „Was ich dir mitgeben möchte“, „Sehnsucht nach Leben“ und „Mehr als Ja und Amen“, stellt Margot Käßmann die positive Botschaft des Glaubens in den Vordergrund. Kirchliche Dogmen spielen für sie weniger eine Rolle als das, was wir aus der Bibel für unser Leben mitnehmen können – und wie wir die Welt mit ihrer Hilfe zu einem besseren Ort machen können.

Als jüngstes von drei Kindern wuchs Margot Käßmann im hessischen Stadtallendorf auf und studierte später in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg evangelische Theologie. Als Jugenddelegierte der Landeskirche Kurhessen-Waldeck gehörte Käßmann seit 1983 dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) an. 1994 wurde sie die erste Frau im Amt Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Fulda und später Landesbischöfin der Landeskirche Hannover (1999). 2009 folgte sie Wolfgang Huber als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Im Februar 2010 trat sie von allen Ämtern zurück, nachdem sie im alkoholisierten Zustand eine rote Ampelkreuzung überfahren hatte. Seitdem hat sie jeden Wunsch nach einer erneuten Kandidatur zur Landesbischöfin ausgeschlagen, engagiert sich aber weiterhin.

Als Rednerin,  Gastdozentin und Luther-Botschafterin (Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017) macht sie von sich reden und begeistert ihre Zuschauer mit Zuversicht und Optimismus. Allein 7.000 Besucher kamen zum Kirchentag in Hamburg im Mai 2013, um Käßmann sprechen zu hören. „Sie ist einfach grandios, die Frau“, zitiert n-tv.de eine Zuhörerin. Woanders hört man, sie habe „Vorbildcharakter für jeden!“ und: „Ich kann ihr glauben. Das, was sie sagt, ist authentisch.“ Daran könnten sich viele Politiker ein Beispiel nehmen, heißt es von ihren Bewunderern. In ihrer einstündigen Rede sprach Margot Käßmann auf dem Kirchentag lebhaft über das Thema Gerechtigkeit, ein Thema, das sie auch in ihrem ebenfalls 2013 erschienenen Buch „Mehr als Ja und Amen“ beschäftigt. Darin bringt sie ihre Hoffnungen auf eine bessere Welt zum Ausdruck. Käßmann veröffentlichte darüber hinaus zahlreiche theologische Schriften und mehrere Sachbücher, darunter die Reihe „Einfach Evangelisch“ und die spirituellen Reflexionen „Was im Leben trägt“. Ihre Autobiografie „In der Mitte des Lebens“ (2009) ist eine sehr private Zwischenbilanz der Theologin und ein Ratgeber für diese Zeit der Umbrüche. 2014 erschien ihr starkes und zugleich sehr berührendes Buch "Das Zeitliche segnen: Voller Hoffnung leben. In Frieden sterben" und 2016 folgte "Sorge dich nicht, Seele". Käßmann wünscht sich, dass wir "den Sorgen Gottvertrauen entgegensetzen" und will mit diesem Buch jenen Menschen die Angst nehmen, die aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen besorgt in die Zukunft blicken.

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