Immanuel Kant

Immanuel Kant (1724 – 1804) gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Epoche der deutschen Aufklärung und als zentrale Figur in der praktischen Philosophie. Sein Werk „Kritik an der praktischen Vernunft“ ist bis heute das Standardwerk zum Thema Ethik geblieben. Mit seinem kategorischen Imperativ legte Kant darin die Maximen für das moralisch gute, autonome Handeln fest. Außerdem beschäftigte sich Immanuel Kant mit der Erkenntnistheorie, mit der Ästhetik, mit Religions-, Natur- und Rechtswissenschaften sowie mit der Geschichtsphilosophie. Kant wurde in Königsberg geboren und wuchs in einer Familie auf, in der Bildung einen sehr hohen Stellenwert hatte. Vor allem die klassischen Sprachen begeisterten ihn schon früh, so dass seine Ausbildung in diesem Bereich besonders gefördert wurde. An der Albertus-Universität Königsberg studierte Immanuel Kant unter anderem Philosophie, klassische Naturwissenschaften, Physik und Mathematik und wurde hier mit den Lehren von Gottfried Wilhelm Leibnitz und Isaac Newton vertraut gemacht. 1746 verließ Kant die Universität jedoch ohne Abschluss und verdingte sich als Hauslehrer. Erst 1754 nahm er das Studium wieder auf und veröffentlichte kurz darauf seine erste wichtige Schrift: In „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“, in der sich Kant mit der Natur unseres Sonnensystems auseinander setzte. Nach seiner Habilitation zur metaphysischen Erkenntnis, lehrte Immanuel Kant als Privatdozent in Königsberg unter anderem Metaphysik, Moralphilosophie, Mathematik, Physik, Mechanik und Pädagogik. Johann Gottfried Herder lobte ihn nach dem Besuch seiner Vorlesungen als einen „wahren Lehrer der Humanität“, der „das eigene Denken [aufdeckt]“. Immer wieder bewarb sich Kant auf einen Lehrstuhl an der Königsberger Universität, doch erst 1770 erhielt er die Stelle eines Professors für Logik und Metaphysik. 1786 stieg er zum Rektor der Universität auf. Als Philosoph prägte Immanuel Kant mit seinem Leitsatz „Sapere aude!“ (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) die Aufklärung maßgeblich. Die Aufklärung selbst definierte Immanuel Kant folgendermaßen: „Die Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Weiter definierte Kant: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.“ Nur wer sich seines eigenen Verstandes zu bedienen wüsste, wäre frei. Bei Kant heißt es: „Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.“ 11 Jahre lang arbeitete Immanuel Kant an jenen Ansätzen, die er 1781 in „Kritik der reinen Vernunft“ veröffentlichte. Darin legte er die Grundlagen für seine späteren Überlegungen. Die vier Kantschen Fragen stellen dabei den Ausgangspunkt dar: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Die Antworten auf diese Fragen, gelten heute als wichtige Ansätze für die Erkenntnistheorie, die Ethik, die Religionsphilosophie und die Anthropologie. Die zweite Kantsche Frage beantwortete der Philosoph in seinem wohl bedeutendsten Werk, in der „Kritik an der praktischen Vernunft“.  Ihr zentraler Satz lautet: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Der sogenannte kategorische Imperativ ist eine allgemeingültige Norm, nach der jeder Mensch seine Handlungen moralisch beurteilen kann. Damit stellt Kant der Tugendethik des Aristoteles die Pflichtethik gegenüber. 1804 starb Immanuel Kant im Alter von 79 Jahren in Königsberg, wo er im Dom begraben ist. Es ist übermittelt, dass seine letzten Worte lauteten: „Es ist gut.“ Bis heute haben die zentralen Gedanken von Immanuel Kant zur deutschen Aufklärung ihre Gültigkeit behalten und gelten als wichtige Ansätze auf ihren jeweiligen Gebieten der Wissenschaft.

DuMont Reiseverlag, Reiseführer, DuMont Reise, Kunst-Reiseführer