Daniel Kehlmann
Daniel Kehlmann (Jahrgang 1975) ist ein österreichischer Schriftsteller aus Wien. Er gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Kehlmann ist der Sohn des österreichischen Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler und der Enkel des expressionistischen Schriftstellers Eduard Kehlmann. In seiner Heimatstadt Wien studierte er Philosophie und Literaturwissenschaft. Schon bald darauf begann er, Geschichten und Romane zu schreiben. Seinen ersten Roman, „Beerholms Vorstellung“ veröffentlichte Daniel Kehlmann 1997. Der Durchbruch gelang ihm aber erst mit seinem fünften Roman „Ich und Kaminski“ (2003). Seit 2001 hatte er unter anderem als Gastdozent für Poetik an der Universität Mainz und an der Fachhochschule Wiesbaden unterrichtet. Im Dezember 2010 war er als sogenannter Literator auch als Dozent für Weltliteratur am IK Morphormata der Universität Köln tätig. Seine Werke zeichnen sich durch eine sehr experimentell orientierte Poetik aus. So formulierte Kehlmann: „Ein Erzähler operiert mit Wirklichkeiten. Aus dem Wunsch heraus, die vorhandene nach seinen Vorstellungen zu korrigieren, erfindet er eine zweite, private …“ Das Schreiben ist für Daniel Kehlmann ein literarisches Experiment, in dem er sich in die Perspektive seiner Figuren hinein versetzt und ihnen extreme Charakterzüge verleiht. Seine literarischen Welten sind unserer Realität sehr ähnlich und stoßen dennoch immer wieder an die Grenzen derselben. Oft wird Kehlmann deshalb auch als „Magischer Realist“ bezeichnet und in eine Tradition mit Gabriel Garcia Márquez, Alfred Kubin und Leo Perutz gestellt. Der experimentelle und phantastische Ansatz, den Daniel Kehlmann für seine Werke wählt, findet sich auch in seinen beiden Erfolgsromanen „Die Vermessung der Welt“ (2005) und „Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten“ (2009) wieder. In „Die Vermessung der Welt“ lässt er Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt aufeinander treffen und inszeniert in dieser Begegnung eine Vielzahl beinahe burlesker Effekte. Noch experimenteller geht es in „Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten“ zu, Kehlmanns Auseinandersetzung mit den modernen Medien Mobiltelefon, Computer und Internet. Kunstvoll verwebt er darin virtuelle und reale Elemente, lässt Figuren auftauchen und verschwinden, die logischen Grenzen verwischen, alles löst sich in Nichts auf. Beide Werke erhielten zahlreiche Auszeichnungen. In vielen Bundesländern ist „Die Vermessung der Welt“ inzwischen zur Pflichtlektüre an Schulen erhoben worden. Es stand auf dem zweiten Platz der meistverkauften Bücher 2006 weltweit. 2008 führte Das Staatstheater Braunschweig eine Bühnenversion des Buches auf. „Ruhm“ wurde 2010 mit Stefan Kurt, Julia Koschitz, Senta Berger, Justus von Dohnányi, Heino Ferch verfilmt.




