Lierre Keith

Lierre Keith steht selbstbewusst für ihre Ansichten ein.Lierre Keith ist alles andere als verantwortungslos: Als Feministin, Umwelt- und Food-Aktivisitin setzt sich die US-amerikanische Autorin für die Dinge ein, an die sie glaubt. Dazu gehört, dass Frauen die gleichen Rechte haben müssen, wie Männer, dass wir unsere Umwelt nicht ausbeuten dürfen – und dass wir alles essen können, solange niemand darunter leidet. 20 Jahre lang war Lierre Keith Veganerin. So lange, bis sie genau daran erkrankte. Die vegane Ernährung, so erklärt sie, sei nämlich bei Weitem nicht so gesund, wie Veganer und Vegetarier in aller Welt glauben machen wollten, denn die Mangelernährung räche sich irgendwann. Viele Ansätze, die von den Medien wiedergegeben werden würden, ignorierten, dass einige der Thesen durchaus bedenklich seien und zu schweren gesundheitlichen Schäden führen könnten. In ihrer Streitschrift „Ethisch Essen mit Fleisch“, die in den USA unter dem Titel „The Vegetarian Myth: Food, Justice, and Sustainability“ erschienen ist, möchte Keith mit diesen Vorurteilen aufräumen. Ihre Botschaft ist ganz klar: Wer sich ethisch ernähren möchte, muss nicht auf Fleisch verzichten. Er sollte es auch nicht. Stattdessen sollte man darauf achten, welches Fleisch man kauft. Massentierhaltung und Agrarkonzerne sind das eigentliche Übel, nicht das Fleisch an sich. Das brachte Lierre Keith natürlich von vielen Seiten harte Kritik ein. Während eines Vortrags im März 2010 wurde Keith von Veganern tätlich angegriffen, die ihr einen mit Pfeffer bestreuten Kuchen ins Gesicht warfen. Für Lierre Keith ist diese Reaktion nichts Ungewöhnliches, schließlich legt sie sich mit Menschen an, die glauben, auf der ethischen und richtigen Seite des Lebens zu stehen und die einzige Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Der vegane Lebensstil ist eine freie Entscheidung, doch niemand sollte dazu gezwungen werden. Auf die Risiken einer solchen Ernährungsweise aufmerksam zu machen, sollte möglich sein, ohne sich in körperliche Gefahr zu begeben. Andernorts aber stieß Keith, die sich für eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und dabei ethisch korrekte Ernährung einsetzt, auf Begeisterung. Endlich räumte einmal jemand mit den Irrtümern, Missverständnissen und Risiken der vegetarischen Ernährung auf – und konnte diese Aussagen wissenschaftlich fundiert belegen. Sicher darf man auch diese Streitschrift – dieser Name ist wohl bewusst gewählt – nicht unreflektiert und ungefiltert übernehmen, doch Lierre Keith wirft mutig Ansätze auf, über die es nachzudenken lohnt.

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