Walter Kohl

Walter Kohl hat sich in schweren Prüfungen behaupten müssen. (c) privatWalter Kohl (Jahrgang 1963) ist ein deutscher Volkswirt und Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Kohl studierte Volkswirtschaftslehre und arbeitete anschließend als Angestellter in einem Großunternehmen. Heute arbeitet er als Zulieferer für die Automobilindustrie. Schon als Kind litt er unter der Übermacht seines berühmten Vaters und unter dessen Lebensführung.

Sowohl die CDU-Spendenaffäre als auch der Selbstmord seiner Mutter waren schwere Zerreißproben für den jungen Mann, bis er entschied, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht länger in die Opferrolle zu fügen. Wie Helmut Kohl diesen Weg zur Selbstbestimmung und persönlichen Erfüllung fand, schilderte er 2011 in dem autobiographischen Werk „Leben oder gelebt werden: Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“, das bei seinem Erscheinen für viel Aufregung sorgte.

Es sollte jedoch nicht das letzte Buch von Walter Kohl bleiben. Es folgte „Leben, was du fühlst“, ein Ratgeber, in dem Walter Kohl dem Leser einen Fünf-Schritte-Plan zur Versöhnung mit sich und seinem Umfeld vorlegt. 2014 veröffentlichte er dann gemeinsam mit dem Benediktiner-Pater und Bestseller-Autor Anselm Grün das Buch „Was uns wirklich trägt“. Spannend ist das Sachbuch vor allem deshalb, weil hier zwei Männer Resümee ziehen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Walter Kohl, der Politikersohn, der viel persönliche Ausgrenzung und Stigmatisierung erfahren hat, der unmittelbar vom RAF-Terror betroffen war, der viele berufliche und private Krisen meistern und sich immer wieder behaupten musste, auf der einen Seite, und Anselm Grün mit seinem scheinbar gradlinigen Lebenslauf als Geistlicher, der das einfache Leben in den Mittelpunkt stellt und Menschen begleitet und seelsorgerisch betreut, auf der anderen Seite. Gemeinsam stellen sie sich die Frage nach dem Sinn des Lebens und hinterfragen, ihre eigenen Motive, ihrem jeweiligen Weg treu zu bleiben. Ihre Antworten darauf lesen sich äußerst spannend und unterhaltsam, sind aber auch sehr berührend und persönlich.

Für Walter Kohl ist die Auseinandersetzung mit seinem eigenen Leben, mit seiner Vergangenheit, seinem Vater, dem Selbstmord seiner Mutter und mit dem eigenen Lebensweg also noch längst nicht abgeschlossen. Für den Leser ist das äußerst interessant nachzuvollziehen.

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