Yu-Chien Kuan

Der chinesische Schriftsteller Yu-Chien Kuan, geboren 1931 in der südchinesischen Stadt Guangzhou, lebt seit 1969 in Hamburg und doziert an der dortigen Universität für das Fach Sinologie. In seiner chinesischen Heimat gilt er als „Europa-Fachmann“ (Welt am Sonntag), in Deutschland fragt man ihn gerne nach seinem Wissen zur chinesischen Kultur. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau, Petra Häring-Kuan, schreibt er praxisnahe Bücher, wie „Der China-Knigge: Eine Gebrauchsanweisung für das Reich der Mitte“ und „Die Langnasen: Was die Chinesen über uns Deutsche denken“, die einen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen China und Deutschland leisten. China, das als aufsteigende Wirtschaftsmacht immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird für die Deutschen immer interessanter. Dabei lauern hier aufgrund der kulturellen Unterschiede viele Fettnäpfchen, die Yu-Chien Kuan mit seinen Büchern zu vermeiden helfen will. Neben diesen praxisnahen Büchern und ungewöhnlichen Reiseführern für China sind es seine Memoiren, „Mein Leben unter zwei Himmeln“, und seine durchaus auch kritischen Sachbücher, die Kuan in Deutschland bekannt gemacht haben. In seiner Autobiografie erzählt Yu-Chien Kuan, wie er die Besetzung seiner Heimatstadt Guangzhou durch die Japaner zwischen 1938 und 1945 erlebte. Er war damals noch ein Kind. Während der Kulturrevolution in den 1960er Jahren verließ Kuan seine Heimat und floh über Kairo nach Deutschland, wo er seit 1969 lebt. Hier lernte er seine Frau, die heute Petra Häring-Kuan heißt, kennen, promovierte im Fach Geschichte und unterrichtet heute Sinologie an der Universität von Hamburg. Für seine Arbeiten zeichnete ihn die Hansestadt 2006 mit der Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Hamburg aus.

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