Åsa Larsson

Åsa Larsson hat sich im Genre der Schwedenkrimis einen Namen gemacht. © Hans-Olof UtsiÅsa Larsson (Jahrgang 1966) stammt aus Kiruna, dem Schauplatz der meisten ihrer Krimis. Ganz hoch im Norden Schwedens gelegen bietet sich die alte Bergarbeiterstadt geradezu als Setting für Schwedenkrimis an. In diesem so heiß begehrten Genre hat sich Åsa Larsson inzwischen einen Namen gemacht. Sie überzeugt durch Thriller, die nicht vordergründig spannend sind, sondern die fein ausgearbeitet werden und eine enorme Tiefe haben. Bevor sie jedoch mit dem Schreiben von Krimis begann, arbeitete sie nach ihrem Jura-Studium in Uppsala lange Zeit als Staatsanwältin. Nachdem ihre Tochter geboren war, begann sie mit dem Schreiben und legte dafür ein bemerkenswertes Talent an den Tag, von dem sich Schwedenkrimi-Fans heute überall auf der Welt überzeugen können. Der Durchbruch gelang ihr deshalb mit ihrem Debüt „Sonnensturm“ auf Anhieb. Der Krimi wurde als „Bestes Krimidebüt des Jahres 2003" ausgezeichnet und war nur der erste in einer Reihe erfolgreicher Kriminalromane, die folgen sollten. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Ermittlerin Rebecka Martinsson aus Kiruna, einer Industriestadt in einer mystischen Gegend 300 Kilometer nördlich des Polarkreises, wo es im Winter beißend kalt und 24 Stunden am Tag dunkel ist. Begeistert schreibt Larsson in einem Artikel über ihre Heimat, den die Zeitung Die Welt abdruckte, über ihre Heimat: „Hier wüteten einäugige Riesen, Menschen mit Hundeköpfen, allerlei beängstigende Fabeltiere und zwergenhafte Menschenwesen, die sich, eingehüllt in Tierfelle und mit gekrümmten Holzstücken unter den Füßen, über die Eismassen bewegten.“ Selbst die dunklen Winter machen ihr nichts aus: „Ich hoffe, Sie kommen mitten im Winter, damit Sie die extreme Kälte erleben können, die die Eisblumen an den Fenstern erblühen und den Schnee unter Ihren Füßen knirschen lässt. Vielleicht kommen Sie Mitte Januar, wenn die Sonne sich endlich als kleine Sichel über dem Horizont zeigt, nachdem sie sechs Wochen lang abgetaucht war.“ Die weite, menschenleere Umgebung aus Wäldern, Bergen, Flüssen und Seen ihrer Heimat inspirierte Larsson zu ihren Romanen. Zum Teil lässt Åsa Larsson auch autobiografische Elemente einfließen, die den Romanen noch mehr Tiefe und Authentizität verleihen. Auf „Sonnensturm“ folgten so „Weiße Nacht“ (2006), „Der Schwarze Steg“ (2008), „Bis dein Zorn sich legt“ (2009) und „Die Gier wird euch verderben“. Rebecka Martinsson ist inzwischen zu einer Kultfigur im Genre der Schwedenkrimis avanciert und auch Åsa Larsson hat sich als feste Größe etabliert. Im Allgemeinen, so schreibt sie in einem Leserbrief auf ihrer Internetseite, sei der Alltag des Schriftstellers eher harte Knochenarbeit denn Inspiration. Geschichten fielen nicht einfach in Form von Inspiration vom Himmel. Doch es gibt auch Ausnahmen und „Denn die Gier wird euch verderben“ war genau so eine Ausnahme. Wie von einem Geist geflüstert, sei es plötzlich da gewesen, das ganze Buch, „mit einer vollständigen Handlung, mit Verwandtschaftsverhältnissen und falschen Fährten und wer was warum getan hat.“ Wer oder was dieser Geist sei, könne sie nicht sagen, doch „es [sei] göttlich, unerwartet von ihm erfüllt zu werden, brennen oder zumindest ein bisschen schwelen zu dürfen. Es ist eine Gnade, um die man in der Stille beten sollte. Und dann kann man viele gereizte Sitzfleischtage ertragen.“ Und auch dem Leser macht es dann nicht so viel aus, etwas länger auf ein neues Buch von Åsa Larsson warten zu müssen, wenn dann am Ende ein Geniestreich, wie dieser, dabei herauskommt.

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