Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781) war ein großer Dichter der deutschen Aufklärung, der mit Werken wie „Emilia Galotti“, „Nathan der Weise“ und „Minna von Barnhelm“ in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Im Zentrum der Aufklärung stand die Aussage Immanuel Kants, nach der die Aufklärung der Ausweg des Menschen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit sei. Statt Religion, Aberglauben und Offenbarung sollten es nun Vernunft und Rationalität sein, die das Handeln der Menschen bestimmten. Immer wieder verlieh Gotthold Ephraim Lessing diesem Grundgedanken in seinen Werken Ausdruck. Der Toleranzgedanke nahm dabei in seinen Gedichten und Dramen eine zentrale Position ein. Lessing wurde im sächsischen Kamenz als Sohn eines Archidiakons geboren. Zeit seines Lebens stand er in einem gewissen Konflikt zu seinem Vater, der zwar in der lutherischen Orthodoxie bewandert und sozial eingestellt war, sich aber in Glaubensfragen als sehr starr zeigte. Nachdem er von seinem Vater unterrichtet worden war, besuchte Lessing die Lateinschule und später die Fürstenschule in Meißen, wo er in Kontakt mit den „schönen Künsten“ kam und auch erste schriftstellerische Versuche unternahm. Wegen seiner hervorragenden Leistungen wurde Gotthold Ephraim Lessing schon vor seiner Zeit zum Studium an die Universität von Leipzig geschickt, wo er zunächst auf Wunsch seines Vaters Theologie studierte, aber bald zur Medizin wechselte. Damit ging auch ein Wechsel der Universität einher und im August 1748 fand sich Lessing in Wittenberg wieder. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin besuchte er dort außerdem Vorlesungen in der philosophischen Fakultät und hörte den Poeten Johann Heinrich Martius, den Ethiker Martin Hassen und den Historiker Johann Daniel Ritter. So erfuhr Gotthold Ephraim Lessing eine sehr gute, klassische Bildung, die alle Bereiche umfasste und ihm 1760 eine Anstellung als Sekretär beim General Tauentzien einbrachte. In den späten 1760er Jahren war er drei Jahre lang als Dramaturg und Berater am Hamburger Nationaltheater tätig und lernte hier nicht nur seine spätere Frau, Eva König, kennen, sondern auch Größen der Theater- und Literatur-Szene. 1770 wurde Gotthold Ephraim Lessing zum Bibliothekar in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ernannt. Die 1760er und 1770er Jahre sind wohl als die produktivsten im Leben des Dichters und Dramaturgen zu betrachten. In dieser Zeit entstanden mehrere Gedichtbände, das Lustspiel „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“ (1767), das bürgerliche Trauerspiel „Emilia Galotti“ (1772) und das humanistische Ideendrama „Nathan der Weise“. Die Dramen gelten als Prototypen des späteren bürgerlichen Dramas und brachten damit die Idee der Aufklärung sowohl in Inhalt als auch in Form auf die Bühne. Deutlich unterschieden sich seine Stücke von den Dramen vorangegangener Epochen, in denen Adelige im Zentrum der Handlung standen. Seine persönliche Position legte er außerdem in der religionsphilosophischen Schrift „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ nieder, die als eine der theoretischen Grundlagen der Aufklärung betrachtet wird. Am 15. Februar 1781 starb Gotthold Ephraim Lessing nach vierzehntägiger Krankheit an Brustwassersucht in Braunschweig.

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