Astrid Lindgren

Astrid Lindgren wird in ihrer Heimat Vimmerby immer unvergessen bleiben.„Schon in meiner Schulzeit erhoben sich warnende Stimmen: 'Du wirst mal Schriftstellerin, wenn du groß bist.'“, schrieb Astrid Lindgren (1907 – 2002) in ihrer Autobiographie „Das entschwundene Land“. „Das entsetzte mich derart, dass ich einen förmlichen Beschluss fasste: Niemals würde ich ein Buch schreiben. […] ich hielt mich nicht für berufen, den Bücherstapel noch höher anwachsen zu lassen.“

Doch alle guten Vorsätze halfen nichts: Das Gesamtwerk der schwedischen Kinderbuch-Autorin Astrid Lindgren umfasst heute mehr als 90 Bücher. Einige von ihnen gehören zu den berühmtesten und beliebtesten Kinderbüchern aller Zeiten. Mit einer Gesamtauflage von mehr als 20 Millionen Exemplaren war Lindgren in Deutschland so erfolgreich wie kein anderer Kinder- und Jugendbuchautor vor ihr.  „Pippi Langstrumpf“, „Kalle Blomquist“, „Die Kinder aus Bullerbü“, „Karlsson vom Dach“, „Ronja Räubertochter“ und „Nils-Karlsson-Däumling“ – sie alle sind der Phantasie dieser wunderbaren Autorin entsprungen und haben zahllose Kindertage überall auf der Welt bereichert.

Astrid Lindgrens Kindheitsidylle

Astrid Lindgren wurde als zweites Kind eines Pfarrhofpächter-Paares geboren und verlebte eine ausgesprochen glückliche Kindheit in Vimmerby (Schweden). In Geborgenheit und Freiheit aufgewachsen, inspirierte diese Kindheit auf dem Land in Schweden die Autorin zu ihren Geschichten aus Bullerbü. Doch irgendwann verließ Astrid Lindgren das Märchenland ihrer Heimat. Nach einem Volontariat bei der Ortszeitung „Vimmerby Tiding“ zog Lindgren nach Stockholm. Dort arbeitete sie in der schwedischen Buchhandelszentrale und später beim „Königlichen Automobil-Club“. Erst mit Ende 30 widmete sich Lindgren dann der Schriftstellerei. Ihre ersten Geschichten über Pippi Langstrumpf entstanden für ihre Tochter Karin, als diese 1941 krank im Bett lag.

Astrid Lindgren Vorstellung VimmerbyDas Buch, illustriert von Ingrid Vang Nyman, wurde ein voller Erfolg und Astrid Lindgren erhielt eine Anstellung als Lektorin in der Kinderbuchabteilung des Verlags. Schon 1949 kam die Geschichte von Pippi Langstrumpf erstmals nach Deutschland. Auch hier wurden die Pippi-Bücher zu Bestsellern. Es folgten die Abenteuer des Kalle Blomquist und die beliebten Kinderbücher aus „Bullerbü“. Weitere bekannte Werke von Astrid Lindgren sind „Mio, mein Mio“ (1954), „Karlsson vom Dach“ (1955), „Nils Karlsson-Däumling“ (1956), „Lotta und die Kinder aus der Krachmacherstraße“ (1958), „Tomte Tummetott“ (1960), „Madita“ (1960), „Michel aus Lönneberga“ (1963), „Ferien auf Saltkrokan“ (1964), „Die Brüder Löwenherz“ (1973) und „Ronja Räubertochter“ (1981).

Astrid Lindgren schrieb ihre Kinderbücher aus Überzeugung:

„Die Bücher brauchen die Fantasie der Kinder, das ist wahr. Aber noch wahrer ist, dass die Fantasie der Kinder die Bücher braucht, um zu leben und zu wachsen. Alles Große, das in der Welt vollbracht wurde, spielte sich zunächst in der Fantasie eines Menschen ab, und wie die Welt von Morgen aussehen wird, hängt zum großen Teil vom Maß der Einbildungskraft derer ab, die heute lesen lernen. Deshalb brauchen Kinder Bücher.“

Die besondere Magie der Astrid Lindgren

Ihre Bücher handeln von Streichen und verrückten Ideen, als würde Astrid Lindgren selbst am liebsten im nächsten Moment mit Karlsson vom Dach springen und das Fliegen erlernen wollen. In ihren Geschichten gibt es keinen erhobenen Zeigefinger, sie geht auf die Kinder ein, ist ganz nah an ihnen dran und kann sich wunderbar in ihre Phantasiewelten hinein versetzen. Eine Kindheit ohne die schönen Geschichten von Astrid Lindgren ist deshalb heute kaum noch vorstellbar. Immer wieder erfahren ihre Bücher Neuauflagen, immer wieder werden die Geschichten verfilmt und für Hörspiele und Theaterstücke adaptiert, und immer wieder wachsen neue Generationen von Bullerbü-Fans heran. Diesen zeitlosen Kinderbuch-Klassikern wohnt dieser ganz besondere Zauber inne: Sie beschwören eine gemütliche, heile Welt herauf, in der Kinder nicht perfekt sein müssen, in der sie auch einmal Unfug treiben und Fehler machen dürfen.

Und das gefällt natürlich nicht nur Kindern unglaublich gut: Auch Erwachsene, die das Kind in sich wiederentdecken wollen, greifen gerne zu den Kinderbuch-Klassikern von Astrid Lindgren und entfliehen dem Alltag für einen heiteren Moment in der heilen Welt von Bullerbü. Aber auch Pippi Langstrumpf ist eine Figur, die die Leser ein Leben lang begleitet. Die Zeitschrift „Literaturen“ hat sich in ihrer Ausgabe 02/2013 mit diesem Phänomen beschäftigt und mit fünf Schriftstellerinnen über ihr Kindheits-Idol von Astrid Lindgren gesprochen.

Warum wir Astrid Lindgren lieben

Dort schreibt die Schriftstellerin Eva Menasse: „Zweifelllos haben wir Pippi viel zu verdanken. Wir lernten mit ihr zu widersprechen und Hierarchien auf den Kopf zu stellen: Mädchen waren stärker als Jungen, Kinder reicher als Erwachsene, Autoritäten kleinlauter als Sonderlinge. Wir glaubten sogar für eine Weile, so sein zu können, wie sie.“ Felicitas Hoppe erinnert sich: „Nicht um ihre Kraft, nicht um ihr Geld beneidete ich Pippi Langstrumpf. Nur um die Geschichten. Nicht erlogen, ehrlich erfunden. Rhetorik. Vergnügen. Keiner, der ihr das Wasser reicht. Heute schon gar nicht, da Unsinn unter den Zensurhammer fällt.“ Für sie bedeutete Pippi: „Weder Tageszeiten noch Vorschriften kennen. Mit den Füßen auf dem Kopfkissen schlafen. Nicht aus menschlichem Holz sein. Mit dem Feuer spielen. Gutes nur zum Vergnügen tun. Abschiede feiern. Herzen brechen. Nachher trotzdem zu Hause bleiben. Sachen suchen, die man selber versteckt hat. Sie finden. Weder lesen noch schreiben. Große Klappe. Alles besser wissen.“ All das hat Astrid Lindgren Generationen und Generationen von Lesern geschenkt.

1987 beendete Astrid Lindgren ihr schriftstellerisches Werk mit der Autobiografie „Mein Småland“. Für Ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet: Sie erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1978) und den Preis Schwedin des Jahres 1997 sowie den Selma-Lagerlöf-Preis und viele andere Auszeichnungen für einzelne Werke. Viele ihrer Werke wurden mehrfach verfilmt und gehören heute zu den Klassikern des Kinderfilms. 2002 starb Astrid Lindgren an den Folgen einer Virusinfektion in Stockholm. Bis heute gelten ihre Werke als einige der schönsten Kinderbücher aller Zeiten.

Lesen Sie hier mehr über Astrid Lindgren und ihr Bullerbü.

Diese Bücher von Astrid Lindgren finden Sie bei uns:

Diese DVDs zu Filmen nach Büchern von Astrid Lindgren können Sie hier bestellen:

Alle Bücher von Astrid Lindgren finden Sie in der großen Astrid-Lindgren-Edition. Die schönsten Romane und Erzählungen für Kinder. Für ganz große Fans gibt es dann das Pippi Freundebuch, in dem sich alle Freunde verewigen können. Eine bleibende Kindheitserinnerung!

Sehr lesenswert sind auch die Tagebücher von Astrid Lindgren: "Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939-1945" und die Biographie, die Jens Andersen über sie geschrieben hat: Astrid Lindgren. Ihr Leben.

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