Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa (Jahrgang 1936) ist ein peruanischer Schriftsteller, der 2010 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. Während seiner Kindheit und seiner Jugend lebte er in Bolivien, Peru und Lima, bevor er im Alter von nur 18 Jahren die Bolivianerin Julia Urquidi heiratete, die Schwester der Schwägerin seiner Mutter. Die Geschichte ihrer Liebe verarbeitete Mario Vargas Llosa in seinem 1977 erstmals erschienenen Roman „Tante Julia und der Kunstschreiber“. Die Ehe wurde bald darauf wieder geschieden. Bereits ein Jahr nach seiner Scheidung heiratete er allerdings seine Cousine Patricia Llosa, die er an der Sorbonne in Paris kennengelernt hatte. Gemeinsam arbeiteten sie für die französische Rundfunk- und Fernsehanstalt und für die Nachrichtenagentur Agence France-Presse. Llosa, der in Lima Literatur und Jura studiert hatte, arbeitete zuerst für eine Lokalzeitung und konzentrierte sich später immer mehr auf seine schriftstellerische Tätigkeit. Je mehr sich Mario Vargas Llosa für die Schriftstellerei begeisterte, desto mehr geriet die journalistische Arbeit in den Hintergrund.  In den 1970er Jahren lebte Llosa unter anderem in London und Barcelona – und kehrte 1974 nach Peru zurück, wo er Leiter und Moderator eines politischen Fernsehprogramms wurde. Seit den 1980er Jahren war er zunehmend politisch engagiert und 1990 bewarb er sich sogar um das Amt des peruanischen Präsidenten. Er unterlag jedoch Alberto Fujimori und widmete sich anschließend wieder der literarischen Arbeit. Neben dem eigentlichen Schreiben unterrichtete Mario Vargas Llosa an mehreren US-amerikanischen Universitäten lateinamerikanische Literatur und schrieb Artikel für die spanische Tageszeitung El País. Spanien hatte es ihm angetan und so siedelte Llosa bald nach dorthin über und erhielt 1993 auch die spanische Staatsbürgerschaft.

Dennoch spielen viele seiner über 20 Romane in seiner peruanischen Heimat, mit deren Politik er sich überaus kritisch auseinandersetzte. Sein Verdruss galt vor allem den häufig undemokratischen und korrupten Systemen Lateinamerikas, der hohen Gewaltbereitschaft und der rassistischen Klassenordnung in seinem Heimatland. Neben zahlreichen Romanen hat Mario Vargas Llosa auch mehrere Kriminalgeschichten, politische Thriller, historische Romane, Komödien, Theaterstücke, Essays und politische Schriften veröffentlicht. Am 7. Oktober 2010 wurde Llosa für sein Lebenswerk mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. In der Begründung heißt es, er erhalte den Preis für „seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage.“ Damit grenzt sich Llosa auch deutlich von Gabriel Garcia Márquez ab, den er dafür kritisierte, sich nicht vom System zu distanzieren: „Daß ein Schriftsteller in dieser Weise den Führer eines Regimes beweihräuchert, in dem es viele politische Gefangene – darunter mehrere Schriftsteller – gibt, das eine rigorose intellektuelle Zensur praktiziert, nicht die mindeste Kritik duldet und Dutzende Intellektuelle ins Exil gezwungen hat, ist etwas, das mich, wie wir im Spanischen sagen, mit fremder Scham erfüllt.“ Zu Mario Vargas Llosas bedeutendsten Werken zählen „Die Stadt und die Hunde“, „Das böse Mädchen“ und „Tante Julia und der Kunstschreiber“. Llosas Werk „Der Traum des Kelten“ wird ebenfalls viel diskutiert, von einigen als Appell an die Menschlichkeit hoch gelobt, von anderen als gefühllos abgetan.

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